Marcus Mann, Sportdirektor des 1. FC Saarbrücken (Foto: Imago Images/Jan Hübner)

Mann erklärt Lottner-Aus

  03.12.2019 | 18:20 Uhr

Die Überraschung war groß, als der 1. FC Saarbrücken am Montag seinen Cheftrainer Dirk Lottner entlassen hat. Unter vielen Anhängern herrscht Unmut über die Entscheidung des Tabellenführers. Im SR-Interview lässt Sportdirektor Marcus Mann durchblicken, dass Lottner die Mannschaft offenbar nicht mehr motivieren konnte.

Nicht nur viele Fans waren am Montag sauer. Auch beim Bund Deutscher Fußballlehrer herrschte Unverständnis ob der Entscheidung, Dirk Lottner als Trainer zu entlassen. „Wir kennen die internen Dinge natürlich nicht. Aber rein aus der Distanz fehlt mir da jegliches Verständnis“, sagte BDFL-Präsident Lutz Hangartner am Dienstag mit Blick auf die Tabelle der Regionalliga Südwest.

Video [aktueller bericht, 03.12.2019, Länge: 3:34 Min.]
Überraschende Entlassung des FCS-Trainers

"Mannschaft braucht einen neuen Impuls"

Interview: "Die Mannschaft braucht einen neuen Impuls"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 03.12.2019, Länge: 04:24 Min.]
Interview: "Die Mannschaft braucht einen neuen Impuls"

Einer, der die internen Dinge wie kein Zweiter kennt, ist der Sportdirektor des 1. FC Saarbrücken, Marcus Mann. Im SR-Interview machte er deutlich, dass die reinen Ergebnisse und der Tabellenplatz zwar stimmten. Der Auftritt der Mannschaft in den vergangenen Wochen habe aber Anlass zur Sorge gegeben. „Es ging einzig und allein um die Art und Weise, wie wir die letzten Wochen gespielt haben. Wir haben es nicht mehr geschafft, aktiv zu sein, wir haben nur noch reagiert. Wir haben es nicht mehr geschafft, Chancen zu kreieren. Wir waren der Meinung, die Mannschaft braucht einen neuen Impuls.“

Heißt im Klartext: Dirk Lottner hat seine Mannschaft offenbar nicht mehr erreicht und nicht mehr richtig einstellen und motivieren können. „Wir haben die Erkenntnisse aus den Spielen, aus dem Training und aus den Gesprächen mit den Spielern. Und wenn wir der Überzeugung sind, dass es an der Zeit ist, was zu tun, dann müssen wir reagieren, anstatt uns weiterhin in den Armen zu liegen“, sagte Mann.

"Nicht hier, um Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen"

Saarbrücken entlässt Trainer-Duo
FCS trennt sich von Lottner und Roelofsen

Er verstehe die Fans, die nun wütend seien. Lottner und sein Co-Trainer Robert Roelofsen hätten sich vor allem aufgrund ihrer Art Sympathien in Saarbrücken erworben. Und auch im Verein sei die Entscheidung sportlich aber auch vor allem menschlich sehr schwer gefallen. „Aber im Fußball gehört es auch manchmal dazu, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Wir sind nicht hier, um einen Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen. Wir sind hier, um aufzusteigen.“ Und genau das sah die sportliche Leitung des Vereins in den vergangenen Wochen zunehmend in Gefahr.

Wer in Zukunft auf dem Trainerstuhl Platz nehmen wird, soll sich beim FCS in den kommenden Wochen entscheiden. Beim letzten Spiel vor der Winterpause gegen den Tabellenletzten Koblenz wird Mann zusammen mit Taifour Diane die Zügel in die Hand nehmen. Eine Dauerlösung wird das aber nicht sein. „Ich habe keine Intention Trainer zu werden. Aber die Situation erfordert es jetzt.“ Ab Montag werde man sich dann voll auf die Trainersuche fokussieren. „Dann haben wir nochmal drei Wochen bis Weihnachten und nochmal zehn Tage bis zum Trainingsstart. Bis dahin werden wir eine Lösung gefunden haben.“

Über dieses Thema hat auch die "Region am Mittag" am 03.12.2019 berichtet.

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