FCS-Keeper Daniel Batz parierte insgesamt fünf Elfmeter. (Foto: picture alliance/Oliver Dietze/dpa)

Historischer Sieg für den FCS gegen Fortuna Düsseldorf

Daniel Dresen   03.03.2020 | 21:24 Uhr

Der 1. FC Saarbrücken hat die nächste Pokalsensation geschafft: Der FCS bezwang am Dienstagabend Bundesligist Fortuna Düsseldorf nach Elfmeterschießen mit 8:7 und zieht als erster Viertligist in der DFB-Geschichte ins Pokalhalbfinale ein. Held des Abends: FCS-Keeper Batz, der insgesamt fünf Elfmeter parierte.

Das Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen war am Dienstagabend erneut Schauplatz eines ganz besonderen Pokal-Dramas. Aber alles der Reihe nach.

In der ersten Halbzeit reichte dem FCS ein Konter, um den Spielverlauf komplett auf den Kopf zu stellen. FCS-Mittelfeldakteur Kianz Froese, in der 18. Minute für den verletzten Boné Uaferro eingewechselt, marschierte in der 31. Minute von der Mittellinie aus mit dem Ball am Fuß in Richtung Strafraum der Düsseldorfer. Dort behielt der Kanadier den Überblick und legte den Ball links zu seinem Mitspieler Tobias Jänicke. Der schob völlig freistehend an Torhüter Florian Kastenmeier zum 1:0 ein. Vorlagengeber Froese war erst im vergangenen Jahr von Düsseldorf nach Saarbrücken gewechselt.

Düsseldorf spielbestimmend

Tobias Jänicke erzielt den Führungstreffer für den FCS (Foto: picture alliance/Oliver Dietze/dpa)
Tobias Jänicke erzielt den Führungstreffer für den FCS

Der Bundesligist aus dem Rheinland war bis dato die spielbestimmende Mannschaft. Doch mehr Ballbesitz und zahlreiche Torchancen nutzten die Fortunen nicht, um sich auf die Siegerstraße zu bringen. Mehrfach scheiterten die Rheinländer an FCS-Keeper Daniel Batz. Ob beim Torschuss von Strafraumstürmer Rouwen Hennings aus der Drehung (10. Minute) oder bei den Distanzschüssen von Kelvin Ofori machte Batz einen guten Job. Insbesondere die Eckbälle von Fortuna-Flügelspieler Erik Thommy sorgten für Gefahr.

So auch in der 26. Minute als FCS-Linksverteidiger Mario Müller den Kopfball des Düsseldorfer Spielers Alfredo Morales von der Torlinie kratzte. Der FCS versuchte immer wieder mit langen Bällen auf Markus Mendler und Gillian Jurcher für Entlastung zu sorgen. Doch die Dreierkette der Düsseldorfer hatte die FCS-Offensivkräfte bis auf einen Moment in Schach gehalten. Mit 1:0 pfiff Schiedsrichter Deniz Aytekin schließlich zur Halbzeitpause.

Wie die Fans die Pokalsensation FCS-Düsseldorf erlebten
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 04.03.2020, Länge: 02:12 Min.]
Wie die Fans die Pokalsensation FCS-Düsseldorf erlebten

In der zweiten Hälfte versuchte der FCS weitere Nadelstiche zu setzen. In der 49. Minute landete ein Kopfball von FCS-Kapitän Manuel Zeitz nach einer Ecke in den Händen von Keeper Kastenmeier. Wenige Augenblicke später rettete FCS-Keeper Batz die Führung mit einem Hechtsprung nach einem Abschluss von Ofori. Auf der anderen Seite versuchte FCS-Flügelflitzer Jurcher mit einem Schlenzer den Düsseldorfer Torhüter zu überwinden - ohne Glück. In der letzten halben Stunde feuerten die Rheinländer aus allen Lagen auf das Saarbrücker Tor. Doch die FCS-Abwehr um Christopher Schorch hielt den meisten Angriffen stand. FCS-Trainer Lukas Kwasniok wechselte in der letzten Viertelstunde der regulären Spielzeit Torjäger Sebastian Jacob für Markus Mendler und den Ex-Düsseldorfer Timm Golley für Gillian Jurcher ein.

Treffer in letzter Minute

Dann ein Wechselbad der Gefühle für alle FCS-Anhänger: In der 82. Minute brachte zunächst FCS-Kapitän Zeitz Gegenspieler Kenan Karaman im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Aytekin entschied auf Elfmeter. Doch Fortuna-Stürmer Hennings scheiterte vom Punkt an FCS-Keeper Batz. Wenige Augenblicke vor Schluss erzwangen die Düsseldorfer dann doch noch den Ausgleich. Verteidiger Mathias Jörgensen bescherte mit einem Kopfball in der 90. Minute nach einer Ecke den Düsseldorfern die Verlängerung. Die Vorlage lieferte der nach vorne gerückte Düsseldorfer Torhüter Kastenmeier per Kopf.

Video [aktueller bericht, 04.03.2020, Länge: 5:07 Min.]
Saarbrückens Torhüter Batz nach dem Pokalspiel

In der Verlängerung hatte der FCS einige Großchancen: FCS-Stürmer Jacob nickte in der 98. Minute einen Flankenball von Golley knapp am Tor vorbei. Auch Froese bekam eine Minute später den Ball nicht an Torwart Kastenmeier vorbei. Pech beim Kunstschuss: Eine Golley-Ecke knallte in der 102. Minute nur an den Außenpfosten. Sieben Minuten später nahm FCS-Trainer Kwasniok Mittelfeldmotor Fanol Perdedaj aus der Partie, um mit Stephan Andrist den Druck auf die Düsseldorfer Abwehr noch einmal zu erhöhen. In der Verlängerung fielen jedoch keine Tore.

Dramatisches Elfmeterschießen

Jubel der FCS-Spieler nach dem Elfmeterkrimi (Foto: picture alliance/Oliver Dietze/dpa)
Nach dem Elfmeterkrimi gab es für die FCS-Spieler kein Halten mehr.

Im Elfmeterschießen patzten auf beiden Seiten insgesamt sieben Schützen. Kianz Froese brachte den FCS erstmals mit 5:4 in Führung. Zuvor waren Steven Zellner, Timm Golley und Stephan Andrist für den FCS am Punkt gescheitert. Doch auch die Düsseldorfer zeigten Nerven: Nach der 8:7-Führung durch Mario Müller für den FCS, verschoss Düsseldorfs Verteidiger Mathias Jörgensen, der in der 90. Minute noch per Kopf erfolgreich war, den entscheidenden Elfmeter gegen den herausragenden Daniel Batz. Der FCS-Keeper hielt gleich vier Elfmeter. Der Einzug des FCS ins DFB-Pokal-Halbfinale war perfekt.

Vor 35 Jahren erreichten die Saarbrücker zuletzt ein DFB-Pokal-Halbfinale. Dieses verlor der FCS am 6. April 1985 vor 32.000 Zuschauern im Ludwigsparkstadion gegen den späteren Pokalsieger Bayer Uerdingen mit 0:1 und verpasste damit knapp den Finaleinzug.

Am Sonntag um 18 Uhr überträgt die ARD-Sportschau die Auslosung der DFB-Pokal-Halbfinalspiele. Die Loskugeln zieht die deutsche Nationaltorhüterin Almuth Schult (VfL Wolfsburg). Die Halbfinalpartien finden am 21. und 22. April statt.

Nach Einzug ins Halbfinale
DFB-Pokal lässt beim FCS die Kasse klingeln
Nach dem Sieg im Viertelfinale des DFB-Pokals freut sich der 1. FC Saarbrücken über einen Geldregen. Für den Einzug ins Halbfinale erhält der FCS rund 2,8 Millionen Euro.

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