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Saar-Profis dürfen wieder trainieren

  20.04.2020 | 17:12 Uhr

Die saarländischen Profisportler dürfen künftig trotz der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wieder mit ihrem Training beginnen. Das hat Ministerpräsident Tobias Hans am frühen Montagabend mitgeteilt. Das anstehende DFB-Halbfinalspiel des 1. FC Saarbrücken gegen Bayer Leverkusen habe den Ausschlag gegeben, heißt es aus der saarländischen Staatskanzlei.

Noch stehe zwar nicht endgültig fest, wann die beiden Mannschaften gegeneinander antreten werden, trotzdem will die Landesregierung für eine „sportliche Chancengleichheit“ sorgen, erklärte Hans. Deshalb dürfen die Spieler des FCS nun wieder gemeinsam trainieren. Die eigentlich für Dienstag und Mittwoch geplanten Halbfinals im DFB-Pokal sind bereits im März aufgrund der Corona-Krise verschoben worden.

Video [aktueller bericht, 22.04.2020, Länge: 1:26 Min.]
Erstes Training für den FCS nach Corona-Pause

Einen Abbruch der Pokal-Saison aufgrund der Corona-Krise befürchten FCS-Trainer Lukas Kwasniok und FCS-Sportdirektor Marcus Mann jedoch nicht. "Es ist der Wettbewerb, der am Schnellsten zu Ende zu führen ist. Es sind nur noch vier Mannschaften und nur noch drei Spiele. Dementsprechend kann der Wettbewerb aus meiner Sicht in vier Tagen beendet werden", sagt Mann.

Allerdings gelten auch beim Training die strengen Hygieneregeln. Nähere Informationen zu entsprechenden Abstandsregelungen gibt es bisher allerdings nicht.

Bayer trainiert seit Anfang des Monats

Gegner Bayer Leverkusen trainiert in Nordrhein-Westfalen bereits seit Anfang April wieder, um auch für einen möglichen Wiederanpfiff der Bundesliga-Saison vorbereitet zu sein. FCS-Sportdirektor Mann sieht in der Ungleichbehandlung der Vereine in der Corona-Krise einen Standortnachteil für die Blau-Schwarzen. "Jeder der einmal Fußball gespielt hat, weiß, dass ein Mannschaftstraining oder ein Training auf dem Platz nicht mit einem Lauf im Wald zu vergleichen sind. Es macht einen Unterschied, ob ich drei Wochen auf dem Platz war oder wie Leverkusen schon seit 1. April", so Mann.

Die sportlichen Erfolge in der bisherigen Pokal-Saison haben laut Mann dem FCS ein finanzielles Polster geschaffen, von dem der Verein in der Corona-Krise zehren kann. "Über kurz oder lang werden wir - je länger die Krise dauert - auch unsere Probleme bekommen", mahnt Mann.

Abbruch der Regionalliga möglich

Einen Abbruch der Regionalliga-Saison hält der Sportdirektor für "vermutlich nicht vermeidbar". Trainer Kwasniok rechnet bei einem endgültigen Saison-Aus in der Regionalliga mit einem "Abbruch mit Aufstieg". "Wenn die Saison abgebrochen wird, bin ich davon überzeugt, dass der Tabellenführer auch hochgehen darf", so Kwasniok. Das würde für den FCS als Tabellenführer den Aufstieg in die 3. Liga am Grünen Tisch bedeuten. Aber auch zum Vorgehen in den Regionalligen hat sich der DFB noch nicht öffentlich geäußert.

Ausnahme gilt für alle Profisportler

Die am Montag bekanntgegebene Ausnahmeregelung ist laut Staatskanzlei durch die aktuell geltende Corona-Rechtsverordnung gedeckt und gilt nicht nur für Spieler des FCS, sondern für alle Berufssportler, so lange alle Hygienevorschriften eingehalten werden.

Seit Montag ist außerdem auch das Training von Spitzensportlern an der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken wieder erlaubt. Für den Breitensport im Saarland hingegen ist auch weiterhin kein Training möglich.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 20.04.2020 berichtet.

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