Dennis Erdmann vom 1. FC Saarbrücken (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

FCS-Spieler Erdmann wegen Rassismus-Vorwürfen vorläufig gesperrt

  03.09.2021 | 10:30 Uhr

Das DFB-Sportgericht hat die Entscheidung über die gegen Dennis Erdmann vom Drittligisten 1. FC Saarbrücken erhobenen Rassismus-Vorwürfe vertagt. Die Verhandlung soll in einer Woche fortgesetzt werden. Bis dahin ist Erdmann vorläufig gesperrt. Ihm wird vorgeworfen, zwei Spieler des 1. FC Magdeburg rassistisch beleidigt zu haben.

Die Vorwürfe gegen FCS-Spieler Dennis Erdmann hatten die Magdeburger Spieler Sirlord Conteh und Adrian Malachowski erhoben. Ihr Team-Kollege Baris Atik trägt nach DFB-Angaben vor, bei der Drittliga-Partie gegen den 1. FC Magdeburg am 25. August beleidigt worden zu sein.

Rassismus-Vorwürfe: Noch keine Entscheidung des DFB-Gerichts
Audio [SR 1, (c) Daniel Simarro, Thomas Wollscheid, 02.09.2021, Länge: 02:45 Min.]
Rassismus-Vorwürfe: Noch keine Entscheidung des DFB-Gerichts

Vor dem Sportgericht in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main bekräftigten die als Zeugen geladenen Magdeburger Profis Baris Atik, Sirloid Conteh, Leon Bell Bell und Amara Condé diese Vorwürfe: "Ich habe das in dieser Heftigkeit noch nie erlebt", berichtete Condé.

Der telefonisch zugeschaltete Schiedsrichter Robert Kampka erklärte, dass er rassistische Beleidigungen in der hitzigen Partie "aus eigener Wahrnehmung nicht mitbekommen" habe, berichtet die DPA. Er sei auch während und nach dem Spiel von Magdeburger Seite nicht darauf angesprochen worden.

Erdmann weist Anschuldigungen zurück

Der Saarbrücker Erdmann wies die Anschuldigungen energisch zurück. "Für mich ist das unfassbar. Ich bin kein Mensch, der zwischen Herkunft und Hautfarbe unterscheidet", sagte der Defensivspieler und beteuerte: "Ich habe niemals jemanden rassistisch beleidigt und würde das auch niemals tun."

Die Verhandlung wurde nun um eine Woche vertagt. Erdmanns Rechtsbeistand Horst Kletke will bis dahin weitere Beweise sichten. Zu Beginn der Verhandlung hatte Kletke von zahlreichen Hass-Mails gegen Erdmann berichtet. "Die vergangenen Tage waren unfassbar belastend für mich und meine Familie", sagte Erdmann.

Vorfälle später geschildert?

Saarbrücken hatte zuletzt unter anderem darauf verwiesen, dass das Thema weder in der Halbzeitpause des Spiels noch danach zur Sprache gekommen sei.

Magdeburgs Trainer Christian Titz hatte später erklärt, einige seiner Spieler hätten ihm erst am späten Abend des Spieltages von rassistischen Ausfällen berichtet und diese detailliert geschildert.

Der Sprecher des 1. FCS, Peter Müller sagte, der Verein sei sehr an Aufklärung interessiert. Leider habe die Verhandlung aber bis jetzt nicht dazu beigetragen. Für den Verein sei Rassismus ein Riesenthema, das man entschieden bekämpfe.

Verhandlung vertagt

Nach dreieinhalb Stunden wurde die Verhandlung auf die kommende Woche vertagt. Bis dahin sollen Beweise gesichtet werden. Bis dahin ist Erdmann aber vorläufig gesperrt. Das DFB-Sportgericht erkannte „hinreichende Verdachtsmomente, dass der Spieler rassistische Äußerungen auf dem Platz ausgesprochen“ habe.

Ein Thema in den SR-Hörfunknachrichten am 02.09.2021

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