Ein Rollstuhlfahrer im Fußballstadion (Foto: dpa/Marijan Murat)

Fußball für alle - Pläne für eine barrierefreie EM

mit Informationen von Frank Grundhever   04.12.2018 | 11:19 Uhr

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland soll komplett barrierefrei werden. An dem Konzept dazu hat ein Saarländer entscheidend mitgewirkt. Wird es umgesetzt, sollen alle gemeinsam Fußball erleben können - unabhängig von ihrer Einschränkung oder Behinderung.

Für die EM wollte der Deutsche Fußballbund ein Nachhaltigkeitskonzept - die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Aktion Mensch und KickIN!, eine Beratungsstelle für Inklusion im Fußball, lieferten es. "Barrierefrei ohne Reservate" ist der Slogan des Projekts. 'Fußball im Stadion für alle' ist der Gedanke, der dahintersteckt. Jörg Rodenbüsch ist Teil dieses Konzepts. Er arbeitet bei der Arbeiterwohlfahrt und erklärt was es bedeutet: "Es betrifft Rollstuhlfahrer, die sagen, 'Ich möchte gerne das Spiel von der Mittellinie im Oberrang verfolgen.' Die sollten nicht darüber debattieren müssen, ob sie dahin dürfen und ob sie in separate Bereich müssen."

Das dürfe nicht mehr passieren, denn man müsse Fußball mit Freunden und Bekannten erleben können. "Das gilt auch für Seheingeschränkte, die müssen nicht in separate Bereiche. Sie bekommen die Möglichkeit, in allen Bereichen das Ereignis zu erleben", so Rodenbüsch. Dasselbe gelte auch für Gehörlose, für die das Spiel dementsprechend visualisiert werden müsse. "Man muss auch für kognitiv Eingeschränkte Dinge einfacher darstellen", ergänzt Rodenbüsch. Dazu gehöre zum Beispiel, dass Ordner entsprechend geschult werden und später Piktogramme in der Hand haben, um Menschen den Weg zu weisen oder auch nur beim Kauf einer Bockwurst zu unterstützen.

Video [aktueller bericht, 03.12.2018, Länge: 3:33 Min.]
Pläne für eine Fußball-EM ohne Barrieren

Durch Fußball zur allgemeinen Barrierefreiheit

Aber nicht nur in den Stadien selbst ist Barrierefreiheit gefragt, auch die Verkehrsanbindungen und die Hotelinfrastruktur sollen erweitert werden. Um das Konzept bis 2024 umzusetzen, wollen der DFB, die UEFA und die Deutsche Fußball Liga GmbH (DHL) Geld zuschießen. Letztere will auch für die Bundesliga an der Barrierefreiheit arbeiten.

All das soll aber erst der Anfang sein, mit dem Fußball als Startschuss für weitreichende Veränderungen bis hin zur allgemeinen Barrierefreiheit: "Von der Strahlkraft, die der Fußball hat, kann man profitieren. Und für die Arbeiterwohlfahrt ist es ganz wichtig, diese Strahlkraft zu nutzen, um gesellschaftliche Verantwortung zu leben und auch für Menschen etwas positives zu erreichen", so Rodenbüsch.  

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht im SR Fernsehen vom 03.12.2018 berichtet.

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