FCS-Spieler Marin Sverko (Foto: imago images / Jan Huebner)

FCS muss 30.000 Euro Strafe zahlen

Thomas Wollscheid   15.01.2021 | 19:08 Uhr

Der 1. FC Saarbrücken ist vom Deutschen Fußball-Bund wegen "unsportlichen Verhaltens" in neun Fällen zu einer Geldstrafe von 30.000 Euro verurteilt worden. In der Sache geht es um den Einsatz des kroatisch-deutschen Neuzugangs Marin Sverko als U23-Spieler. Doch einige Fragen bleiben offen.

Wochenlang hat es gedauert, jetzt liegt das Urteil des DFB-Sportgerichts wegen des Einsatzes von Marin Sverko als U-23 Spieler vor. 30.000 Euro muss der FCS bezahlen, ein Punktabzug erfolgt aber nicht – und das ist für die Mannschaft und für die Fans wohl das wichtigste.

Deutscher U23-Spieler oder nicht?

Doch worum geht es eigentlich? Laut der DFB-Spielordnung müssen in der 3. Liga vier deutsche U23-Spieler im Kader stehen. Der FCS hatte Sverko in den ersten neun Spielen der Saison als vierten U 23-Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen. Vom Alter her kein Problem. Sverko ist am 4. Februar 1998 in Pforzheim geboren und besitzt sowohl die deutsche als auch die kroatische Staatsbürgerschaft.

Allerdings spielt Sverko schon seit Jahren für Auswahlmannschaften Kroatiens. Für den DFB war er damit – wie es in der Urteilsbegründung heißt – „nicht für eine deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt".

Unklare Angaben in DFB-Datenbank

Der 1. FC Saarbrücken sieht indes die Vorgaben erfüllt, obwohl Sverko für die U21 von Kroatien spielt. Man habe sich auf die Angaben in der DFB-Datenbank verlassen. Das habe man auch bereits im Sommer beim Verband angesprochen und auch auf die Problematik hingewiesen.

Der FCS teilte mit: "Es ist zu betonen, dass der 1. FC Saarbrücken Marin Sverko nicht wissentlich und auch nicht unter Vorsatz eingesetzt hat um Dritte zu täuschen oder zu benachteiligen, sondern in der Überzeugung und im Vertrauen in die Eingaben im DFBnet, so dass der Spieler als U23-Spieler auch von Seiten des DFB gewertet wurde."

Kein Punktabzug für FCS

Aufgefallen ist der gesamte Sachverhalt erst vor dem Spiel gegen den SV Wehen-Wiesbaden im November letzten Jahres. Der 1. FC Saarbrücken war damals auch vom DFB zu einer Stellungnahme aufgefordert worden und wartete seitdem auf ein Urteil. Immerhin drohte auch ein Punktabzug.

Dass es jetzt keinen Punktabzug gibt, sondern „nur“ eine 30.000-Euro-Strafe, begründet, Stephan Oberholz, der stellvertretende Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, so: "Ein derartiger Verstoß hätte laut Spielordnung normalerweise die Rechtsfolge, dass eine gewonnene oder unentschieden ausgegangene Partie für Saarbrücken mit null Punkten und 0:2 Toren zu werten wäre, während die Wertung für den gegnerischen Verein unberührt bliebe. Da die Verfahrenseinleitung gegen Saarbrücken mehr als zwei Wochen nach dem neunten und letzten betroffenen Spiel erfolgt ist, kommt ein Punktabzug nicht mehr in Frage. Daher war eine angemessene Geldstrafe zu verhängen."

Nach der Spiel-Absage: So geht es für den FCS weiter
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 16.01.2021, Länge: 03:03 Min.]
Nach der Spiel-Absage: So geht es für den FCS weiter

Offene Frage

Trotzdem bleibt die Frage: Wieso wird der Verein für den Einsatz von Sverko als U23 Spieler bestraft, wenn er monatelang in der Datenbank des DFB selbst als U23 Spieler geführt wurde?Der 1. FC Saarbrücken schreibt in seiner Stellungnahme: "Insbesondere, da es bis zum Ende des letzten Jahres keinerlei Beanstandungen dahingehend gab und der Verein auch im Vorlauf der Saison den Sachverhalt beim Bereich Spielbetrieb des DFB angesprochen hat und somit die Möglichkeit gegeben war, dies im System zu hinterlegen, bzw. den U23-Status zu entfernen, wie dies aktuell der Fall ist."

Der 1. FC Saarbrücken macht nun mit der Zahlung der 30.000 Euro einen Strich unter die Sache und hat das Urteil akzeptiert. Aber nicht etwa, weil man den DFB im Recht sieht. Der FCS stellt klar, dass er der Strafe nur zugestimmt hat, um zusätzliche juristische Kosten und weitere rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.

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