Die FCS-Spieler jubeln nach dem Pokalsieg gegen Köln (Foto: dpa/Oliver Dietze)

Saarbrücken schafft die Pokalsensation

Thomas Braun   29.10.2019 | 21:05 Uhr

Der 1. FC Saarbrücken hat die Sensation geschafft: Mit einem 3:2 wirft der Regionalligaverein den Bundesligisten 1. FC Köln aus dem DFB-Pokal und zieht ins Achtelfinale ein.

Es war schon nach den ersten Minuten zu spüren: Das hier wird alles andere als ein Spaziergang für den haushohen Favoriten 1. FC Köln. Statt sich hinten reinzustellen, spielten die Saarbrücker von Beginn an mit und präsentierten sich mit dem Bundesligisten auf Augenhöhe.

Video [aktueller bericht, 30.10.2019, Länge: 4:21 Min.]
Saarbrücken schafft Pokalsensation gegen Köln

Offener Schlagabtausch in der ersten Hälfte

Sensation im DFB-Pokal
Audio [SR 1, (c) SR, 30.10.2019, Länge: 01:34 Min.]
Sensation im DFB-Pokal

Köln hatte zwar nach gut 15 Minuten die erste richtige Chance, aber Batz stand gut und machte die kurze Ecke dicht. Danach wurde Köln etwas stärker, riss zeitweilig das Spiel an sich. Saarbrücken brauchte ein paar Minuten, um sich wieder zu finden, setzte dann aber erneut Nadelstiche und hatte in der 27. Minute sogar die Führung auf dem Fuß: Aus gut 20 Metern hielt Froese drauf - der Kölner Keeper Horn musste sich ganz lang machen, um den Ball an den Pfosten zu lenken.

Kurz darauf die Riesenchance für die Kölner: In höchster Not rettete Batz aus kurzer Distanz gegen Drexler das 0:0. Danach entwickelte sich die Partie mehr und mehr zum offenen Schlagabtausch mit guten Chancen auf beiden Seiten - auch wenn insbesondere den Saarbrückern noch der nötige Druck und die Genauigkeit fehlten.

Doppelschlag durch Schorch und Jurcher

Die kam dann nach dem Seitenwechsel: Die Saarbrücker machten dort weiter, wo sie in der 1. Halbzeit aufgehört haben - mit Zug aufs Kölner Tor. Während Jacob und Vunguidica kurz nach dem Wiederanpfiff noch knapp scheitertern, macht es Schorch in der 53. Minute besser. Nach einem Freistoß von Perdedaj setzte er sich im Fünfmeterraum durch und brachte die Hausherren 1:0 in Führung.

Nur vier Minuten später dann der endgültige Schock für den Bundesligisten: Weit in der Saarbrücker Hälfte verlor Köln den Ball, Jurcher setzte den Konter, schüttelt Mere ab, umkurvte den Kölner Torwart Horn und schob ungehindert zum 2:0 ein.

Hector bringt Köln wieder heran

Saarbrücken zog sich in der Folge etwas zurück, verlegte sich mehr aufs Kontern, während Köln nun den Druck erhöhte. In der 71. Minute zeigte dann der gebürtige Saarländer auf Kölner Seite, Jonas Hector, seine Extraklasse. Eine kurze Drehung auf dem Elfmeterpunkt und er hat freie Schussbahn ins Saarbrücker Tor. Nur noch 2:1.

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In der 75. Minute war dann Schluss für Jurcher und Perdedaj - zwei der bislang auffälligsten Saarbrücker. Sichtlich platt räumten sie den Platz für Fabian Eisele und Mario Müller. Und Saarbrücken konnte nun jede frische Kraft gebrauchen, denn Köln steigerte den Druck von Minute zu Minute. In der 84. Minute passierte es dann doch: Saarbrücken verlor im Mittelfeld den Ball, Köln schaltete schneller und Simon Terodde ließ sich die Chance nicht nehmen und traf zum 2:2.

Siegtreffer in der 90. Minute

Da schien die Sache eigentlich gelaufen, der Kölner Führungstreffer nur noch eine Frage der Zeit. Doch in der 90. Minute dann noch einmal die Chance für Saarbrücken, die Jänicke eiskalt zur erneuten Führung verwandelte: 3:2. Die vier Minuten Nachspielzeit überstanden die Saarbrücker trotz Kölner Sturmlauf unbeschadet und ziehen damit ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. "Wir wussten vorher, dass sie Probleme und wir einen Lauf haben", sagte Matchwinner Jänicke: "Der Verlauf war typisch für den Pokal, deshalb kommen die Zuschauer ins Stadion." Mit einem Augenzwinkern fügte er mit Blick auf den nächsten Gegner an: "Bayern und Dortmund will ich aus dem Weg gehen, die will ich erst in Berlin."

Blick wieder auf die Regionalliga

Mit einem Lächeln auf dem Gesicht spazierte nach dem Abpfiff FCS-Trainer Lottner vom Rasen. Lottner, der fünf Jahre für Köln gespielt hatte, hatte die Partie gegen seinen "Herzensverein" im Vorfeld als "Bonusspiel" bezeichnet - für seine Spieler, aber in gewisserweise auch für sich selbst. Das Augenmerk gilt eigentlich nur dem angepeilten Drittliga-Aufstieg. Und in dieser Mission wartet bereits am kommenden Samstag der nächste Höhepunkt: Der Spitzenreiter muss zum Derby gegen den Tabellenzweiten Elversberg. Saarbrücken wird dort auf jeden Fall mit viel Rückenwind auftreten.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 29.10.2019 berichtet.

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