Saarbrücker Spieler feiern ihren Sieg (Foto: picture alliance/Oliver Dietze/dpa)

Saarbrücken siegt im Elfmeterkrimi

Anne Hilt   05.02.2020 | 23:24 Uhr

Der 1. FC Saarbrücken steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. In einer weitgehend ereignislosen Partie fiel am späten Mittwochabend die Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Hier hatte der FCS die besseren Nerven und siegte mit 5:3.

Vor dem Spiel hatten sich die Saarbrücker als klaren Underdog bezeichnet. Und obwohl Trainer Kwasniok angekündigt hatte, dass sich seine Mannschaft nicht verstecken werde, taten die Saarbrücker genau das in den Anfangsminuten. Im heimischen Hermann-Neuberger-Stadion agierten sie zunächst zurückhaltend, fast schon unsicher und ließen den Karlsruhern freie Räume.

Video [aktueller bericht, 06.02.2020, Länge: 4:03 Min.]
Pokalsensation beim Elfmeterschießen

Im Spielverlauf wurde der FCS dann sicherer, ließ kaum noch Chancen zu. Nach vorne ergab sich aber auch wenig. Beide Mannschaften machten großen Druck auf die ballführenden Spieler. Die Tormänner blieben weitestgehend beschäftigungslos. Da wurde ein harmloser Kopfball von KSC-Verteidiger Gordon in der 35. Minute schon zur besten Chance des Spiels, obwohl dieser den Ball klar über die Latte lenkte. Ohne wirklich nennenswerte Offensivaktionen ging es damit verdient mit 0:0 in die Pause.

Weiterer historischer Pokalabend in Völklingen

Zweite Hälfte beginnt offensiver

Nach dem Seitenwechsel bemühte sich der FCS auch mal bis in den Karlsruher Strafraum zu kommen. Gefährlich wurde es zwar nicht, aber mit dem Schuss von Eisele in der 47. Minute verzeichneten die Saarbrücker immerhin die erste Torchance des Spiels. Danach bestimmten wieder Ballverluste das Spielgeschehen.

"Zimmer fürs Finale in Berlin ist schon gebucht"
Audio [SR 1, (c) SR/Kerstin Mark und Christian Balser/Marie Kribelbauer, 06.02.2020, Länge: 01:52 Min.]
"Zimmer fürs Finale in Berlin ist schon gebucht"

Die Einwechslung von Pokal-Top-Torjäger Jurcher für Eisele in der 74. Minute sollte aus Saarbrücker Sicht für mehr Torgefahr sorgen. In der 84. Minute versuchte er es aus 20 Metern mit einem Heber, der Ball ging aber am leeren Tor vorbei. Kurz vor Schluss dann turbulente Szenen im Saarbrücker Strafraum, doch keiner der KSC-Spieler brachte den Ball über die Linie. Auch nach 90 Minuten stand es weiter 0:0.

Intensive Verlängerung

In der anschließenden Verlängerung drängten beide Mannschaften deutlicher auf eine Entscheidung. Die Strafraumszenen wurden mehr. In der 93. Minute versuchte Jurcher sein Glück aus spitzem Winkel, der Ball landete aber hinter dem Tor. Auch Karlsruhe kam öfter gefährlich in den Sechszehner. Nur FCS-Schlussmann Batz verhinderte Schlimmeres. Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen.

Und dort avancierte Batz zum Matchwinner. Er hielt den entscheidenden Elfmeter gegen KSC-Kapitän David Pisot.

Einziger Regionalligist

Euphorie unter FCS-Fans
Audio [SR 3, (c) SR/Marie Kribelbauer, 06.02.2020, Länge: 02:28 Min.]
Euphorie unter FCS-Fans

Saarbrücken avanciert damit mehr und mehr zum Pokalschreck: Zunächst scheiterte Zweitligist Regensburg an den Saarländern, anschließend Erstligist Köln und nun der KSC. Der FCS ist damit der einzige verbliebene Regionalligist und zieht nach 35 Jahren erstmals wieder in das Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Und dort warten am 3. und 4. März mit Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf, FC Schalke 04, Werder Bremen, Bayer Leverkusen, 1. FC Union Berlin und nicht zuletzt Bayern München sehr attraktive Lose.

Über dieses Thema berichteten auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.02.2020.

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