Prof. Dr. Tim Meyer (Direktor des Institut für Sport und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes) (Foto: SR)

Meyer verteidigt Test-Konzept für Fußballer

  24.04.2020 | 20:03 Uhr

Die Deutsche Fußball Liga DFL sieht eine Restsaison mit "Geisterspielen" und regelmäßigen Corona-Tests für Spieler vor. Nicht alle finden das angemessen. Der Entwickler des Konzepts kann die Kritik nicht nachvollziehen.  

Damit ein Re-Start unter medizinisch vertretbarem Risiko für den Profi-Fußball in Deutschland möglich ist, hat die DFL ein hygienisch-medizinisches Konzept entwickeln lassen, für das der Direktor des Instituts für Sport-und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes, Prof. Tim Meyer, verantwortlich zeichnet. Kernelement des Plans sind engmaschige Corona-Tests, der letzte einen Tag vor dem folgenden Spiel.

Die Idee hatte für viel Kritik gesorgt. Der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, Lars Schaade, sagte, er sehe nicht, warum bestimmte Bevölkerungsgruppen ohne medizinische Indikationen routinemäßig gescreent werden sollten.

Prof. Dr. Tim Meyer über das Fußball-Konzept (24.04.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 24.04.2020, Länge: 04:46 Min.]
Prof. Dr. Tim Meyer über das Fußball-Konzept (24.04.2020)

Den Vorwurf, durch die insgesamt rund 20.000 Tests würden der Allgemeinheit Testkapazitäten entzogen, weist Sportmediziner Meyer gegenüber dem Saarländischen Rundfunk zurück: "Wir haben 818.000 Tests pro Woche nach Angaben des Robert Koch-Instituts – und die Kapazitäten sollen noch deutlich ausgebaut werde. Wir reden von maximal 2000 Tests pro Woche. Das ist deutlich unter einem Prozent. Das nimmt niemandem etwas weg, und das wurde mit den Laboren auch ganz eindeutig kommuniziert."

Sollte sich die Epidemie-Lage in Deutschland ändern und es zu Schwierigkeiten kommen, würde die DFL zurückstehen, sagte Meyer. Aktuell sei das aber "mit Sicherheit" nicht der Fall.

Disziplin entscheidend

Das Konzept beschreibt unter anderem auch das Verhalten im Falle eines positiven Ergebnisses, die Anzahl der Personen im Stadion, weiterführende Hygienemaßnahmen, Training und Unterbringung bis hin zum Verhalten der Beteiligten im privaten Bereich. Ob es sich in der Praxis auch umsetzen lässt, hänge wesentlich von der Disziplin der Beteiligten ab, sagte Meyer. "Das ist es, was – falls das Ganze genehmigt wird – über den Erfolg der Maßnahme entscheidet."

Über dieses Thema hat auch der "aktuelle bericht" im SR Fernsehen am 24.04.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja