Insolvenzantrag (Foto: Alexander Heinl/dpa)

Finanzprobleme beim Judobund Saar

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Burmeister   21.04.2018 | 16:33 Uhr

Der Judobund Saar hat Insolvenzantrag gestellt. Dies hat der Präsident des eingetragenen Vereins, Thomas Baronsky, dem SR bestätigt. Baronsky bezeichnete den Antrag allerdings als „Alleingang“ des Schatzmeisters. Dieser wiederum verteidigte den Schritt.

Der Judobund Saar sei keineswegs zahlungsunfähig, sondern verfüge derzeit noch über rund 20.000 Euro, so Vereinspräsident Baronsky. Der Insolvenzantrag werde deshalb ins Leere laufen. Hintergrund des Ganzen seien Judo-interne Querelen im Vorfeld der Mitgliederversammlung am Montag, bei der ein neuer Vorstand gewählt werden soll. Der Verein sei in zwei Lager gespalten. Schatzmeister Emanuel Leiner räumte gegenüber dem SR ein, dass er Baronskys Führungsstil kritisch sehe.

Baronsky erklärte, dass der Judobund Saar noch rund 20.000 Euro Schulden beim Landessportverband habe. Diese Summe sei noch an den LSVS im Rahmen des letzten Eurpean Cups im Juli, unter anderem für die Unterbringung der Teilnehmer und die Nutzung der Sportschule, zu zahlen. Darüber habe er am Montag ein Gespräch mit der aktuellen LSVS-Geschäftsführerin. Der Judobund Saar hat knapp 3000 Mitglieder. An dem European Cup im Juli hatten rund 400 Judoka aus 28 Nationen teilgenommen.

LSVS schickte Mahnung

Schatzmeister Leiner verteidigte den Insolvenzantrag. Dem SR sagte er, es treffe zwar zu, dass der JBS noch über 20.000 Euro liquide Mittel verfüge. Der Verein habe aber noch weitere Verbindlichkeiten. Hintergrund seines Antrages sei eine Mahnung des LSVS gewesen, die am Donnerstag eingegangen sei. Da die bisherige Stundungsvereinbarung mit dem LSVS möglicherweise nicht beibehalten werden könne, habe er vorsorglich die Einleitung der Insolvenz beantragt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 21.04.2018 berichtet.

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