Dzsenifer Marozsan (Foto: Imago/Kirchner Media)

WM: Marozsán und Co. legen los

Kai Forst   08.06.2019 | 15:16 Uhr

Die deutschen Fußball-Frauen sind heute in Frankreich ins WM-Turnier gestartet. Die Nationalmannschaft von Bundestrainerin Voss-Tecklenburg trifft bei ihrem ersten Spiel auf China - und ist klarer Favorit. Star der Mannschaft und Leistungsträgerin ist die Saarländerin Dzsenifer Marozsán.

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Die deutsche Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan geht voller Vorfreude und mit einem Heimvorteil in die Frauenfußball-Weltmeisterschaft. „Es ist für mich absolut was Besonderes“, sagte die 27 Jahre alte Regisseurin vom französischen Champions-League-Sieger Olympique Lyon. „Ich spiele jetzt seit drei Jahren hier. Und Frankreich ist ein Stück Heimat für mich.“

Die Saarländerin würde allzu gern mit der DFB-Elf mindestens die Halbfinals erreichen, die - wie auch das WM-Finale am 7. Juli - in Lyon stattfinden. „Der Titel wäre natürlich ein Traum. Aber ich werde mich erstmal darauf fokussieren, dass wir mit der Mannschaft gut ins Turnier starten. Dann sehen wir weiter“, betont die Nummer zehn der DFB-Auswahl mit Blick auf das schwere Auftaktmatch gegen China.


Im Portrait

Dzsenifer Marozsán (Foto: imago images/Kirchner-Media)

Dzsenifer Marozsan ist derzeit wohl die beste Fußballerin der Welt. Ihr Vater Janos war ungarischer Nationalspieler. Und als er 1996 beim 1. FC Saarbrücken anheuerte, zog die Familie von Budapest ins Saarland um. Dzsenifer spielte zunächst bei der DJK Burbach und wechselte dann zum 1. FC Saarbrücken. Später erhielt sie einen Vertrag beim 1. FFC Frankfurt, mit dem sie auch die Champions League gewann.

Begnatete Technikerin

2016 dann der Wechsel zu Olympique Lyon, wo sie bislang die Champions League gewann und zum dritten Mal hintereinander als beste Spielerin Frankreichs ausgezeichnet wurde. Dank ihrer begnadeten Technik und ihrer Übersicht kann sie ihre Nebenleute perfekt in Szene setzen und Freistöße in den Winkel zirkeln wie Messi oder Ronaldo.

Kraft tankt sie bei ihrer Familie und bei Spaziergängen mit ihrem Hund Nyuszka. Auch als sie im vorigen Sommer an einer Lungenembolie erkrankte, ausgelöst durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille, fand sie bei dem Tier Halt. „Es war die schwierigste Zeit meines Lebens“, sagt sie rückblickend.

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