Winterreifen (Foto: dpa)

Umrüstung auf Winterreifen?

Melina Miller   10.10.2020 | 09:16 Uhr

Wenn das Herbstlaub fällt und die Nächte immer kälter werden, stellt sich Autofahrern die alljährliche Frage nach dem Reifenwechsel. Experten raten zu Winterreifen von Oktober bis Ostern. Denn obwohl keine grundsätzliche Pflicht ab einem bestimmten Datum herrscht, kann die falsche Bereifung schnell teuer werden.

Wann müssen Winterreifen aufgezogen werden?

Wie mache ich mein Auto winterfit?
Audio [SR 1, (c) Verena Sierra, 19.10.2020, Länge: 01:37 Min.]
Wie mache ich mein Auto winterfit?

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) rät dazu, den Reifenwechsel Anfang Oktober durchzuführen und bis Ostern mit Winterreifen zu fahren. Denn selbst wenn die Temperaturen noch relativ mild seien, könne es in der Nacht und am frühen Morgen schnell zu überfrierender Nässe kommen, erklärt ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla.

In Deutschland herrscht die sogenannte situative Winterreifenpflicht. Das heißt, Winterreifen müssen dann gefahren werden, wenn die Straßensituation es verlangt. Dazu zählen unter anderem kalte Temperaturen, Schnee und Eis. Winterreifen sorgen dann dafür, dass Autofahrer bei schwierigen Straßenverhältnissen besser bremsen und souveräner fahren können.

Mit welchen Geldbußen müssen Autofahrer mit Sommerreifen rechnen?

Zeit für die Winterreifen
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 10.10.2020, Länge: 03:04 Min.]
Zeit für die Winterreifen

Für Autofahrer, die bei Schnee und Eis ohne Winterreifen unterwegs sind, werden ein Bußgeld von 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg fällig. Werden durch die falsche Bereifung weitere Verkehrsteilnehmer behindert, zum Beispiel, weil ein Auto auf der Straße liegen bleibt und diese blockiert, erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro. Dabei haften laut ADAC sowohl der Fahrzeughalter als auch der Fahrer.

Bei einer Gefährdung von anderen oder einem Unfall steigt das Bußgeld weiter auf bis zu 120 Euro. Und auch in Hinblick auf die Versicherung kann eine falsche Bereifung teuer werden: Wer zum Beispiel mit Sommerreifen bei Glätte einen Unfall baue, dem könne die Versicherung die Kostenübernahme verweigern, erklärt ADAC-Sprecherin Mikulla.

Sind Ganzjahresreifen eine gute Alternative?

Das hängt laut ADAC von den Straßenbedingungen der Region ab, in der ein Autofahrer sich bewegt. Für einen Stadtautofahrer etwa, der ausschließlich in einem Gebiet mit sehr milden Wintermonaten fährt, könnte ein Ganzjahresreifen eine Alternative zum klassischen Winterreifen sein. Grundsätzlich sind Ganzjahresreifen aber immer nur ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen und deshalb schlechter an die besonderen Straßenbedingungen im Sommer oder Winter angepasst. "Vor allem, wenn es um den Bremsweg geht, können Ganzjahresreifen nicht mit Winterreifen mithalten", so Mikulla.

Was passiert, wenn Winterreifen zu früh aufgezogen werden?

Ab Oktober kann man mit dem Reifenwechsel laut ADAC nicht "zu früh" dran sein. Auch wenn die Wetterbedingungen nicht sofort winterlich seien, schade das den Reifen nicht und man sei vorbereitet, falls es doch notwendig werde. Generell weist der ADAC daraufhin, dass die Winterreifen in Deutschland ein Profil von 1,6 Millimeter nicht unterschreiten dürfen. Der Automobil-Club empfiehlt allerdings vier Millimeter Profiltiefe für eine sichere Fahrt. Darauf sollte also beim Reifenwechsel unbedingt geachtet werden.

Wo lagert man Sommerreifen am besten?

Die Sommerreifen sollten am besten trocken und dunkel überwintern. Zu viel Sonne schadet den Reifen nämlich. Auch sollte man die einzelnen Reifen nicht hinstellen, sondern besser legen. Optimal ist es, die Sommerreifen auf den Felgen auf einer Palette liegend übereinander zu stapeln und abzudecken. Auch lassen sich die Reifen am Felgenloch aufhängen, um Druckstellen zu vermeiden. "Etwas Luft verlieren die Sommerreifen trotzdem immer über den Winter", so Mikulla. Auch das sollte beim nächsten Reifenwechsel im Frühling überprüft werden.

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