Symbolbild Cyberkriminalität (Foto: picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Wie Sie sich vor Hackern schützen

Leonie Rottmann   05.01.2019 | 08:30 Uhr

Im Netz warten nicht nur nützliche Informationen und Tools. Immer öfter werden Internetnutzer zu Opfern von Hackerangriffen, die zum Beispiel private E-Mails abfangen oder Accounts auf sozialen Medien knacken. Mit einigen Tipps kann jeder für sich das Risiko senken, Opfer eines Cyber-Betrugs zu werden.

Ganz aktuell sorgt wieder ein großer Fall für Schlagzeilen. In den letzten Wochen wurden Daten und Dokumente wie Handynummern, Adressen, Chatverläufe oder interne Dokumente von Künstlern, Journalisten und Politikern ins Netz gestellt. Bisher ist noch unklar, wer hinter den Hackerangriffen steckt.

Die Daten sollen vorrangig aus sozialen Medien und privaten Clouds stammen. Um sich davor zu schützen, empfiehlt Dr. Christoph Sorge, immer mit "gesundem Menschenverstand" im Netz unterwegs zu sein: „Man sollte nicht überall blind auf die Seriosität der Internetseiten vertrauen“, rät der Professor für Rechtsinformatik an der Universität des Saarlandes. Oft würden die Angreifer über E-Mails oder Nachrichten auf sozialen Medien an die Daten der Opfer gelangen. Laut Christoph Sorge kann man das Risiko für einen Hackerangriff mit einigen Vorsichtsmaßnahmen senken.

Acht Tipps für mehr Sicherheit im Netz


Unterschiedliche Passwörter

Verwenden Sie für jeden Account ein eigenes Passwort. Wenn ein Account gehackt wurde, sind die anderen dann noch sicher.


Starke Passwörter

Vermeiden Sie alles, worauf man leicht schließen kann. Dazu gehören zum Beispiel Geburtstage, der Name des Haustieres und gängige Passwörter wie „123456“. Stattdessen sind außergewöhnliche Kombinationen aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen schwierig zu knacken.


Vorsicht vor Links und Anhängen

Über Anhänge und Links können Sie schnell Opfer eines Hackerangriffs werden. Daher sollten Sie immer überprüfen, von wem der Inhalt stammt und ob er seriös erscheint. Erst danach sollten Sie darauf klicken.


Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen

Wenn Sie Ihre Daten mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen, reicht es Hackern nicht mehr, nur das Passwort herauszufinden. Da der Login immer zusätzlich zum Beispiel per Smartphone bestätigt werden muss, müssten Angreifer in den meisten Fällen auch das Gerät entwenden, um sich Zugang zu dem betroffenen Profil zu verschaffen. Wenn Sie allerdings einen gehackten Link bekommen, diesem folgen und dann Ihre Anmeldedaten eingeben, schützt auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung nichts mehr.


Firewall aktiv halten oder Virenschutz installieren

Firewalls und Virenschutz erkennen bekannte Viren und wehren sie ab. Allerdings ist auch das kein hundertprozentiger Schutz. Neue, unbekannte Viren halten diese Programme normalerweise nicht auf.


Privatsphäreeinstellungen auf sozialen Medien anpassen

Nicht jeder sollte alles über das eigene Leben herausfinden können. Um Hackerangriffen vorzubeugen, sollten Sie sehr private Informationen grundsätzlich nicht veröffentlichen. Vor allem aber sollten Sie keine Freundschaftsanfragen von Personen annehmen, die Sie nicht kennen.


Sicherheitsfragen als zweites Passwort nutzen

Anstatt bei einer Sicherheitsfrage den Namen des eigenen Haustiers einzugeben, können Sie besser ein zweites, starkes Passwort einsetzen, das die eigenen Daten zusätzlich schützt.


Daten nicht überall angeben

Über Fake-Seiten versuchen Hacker, persönliche Daten ihrer Opfer abzufangen. Deswegen sollten Sie immer darauf achten, dass Sie wirklich auf der richtigen Seite sind. Meist sind es nur kleine Änderungen im Namen, die nicht sofort bemerkt werden. Das können Sie zum Beispiel umgehen, indem man die URL per Hand eingibt, anstatt einem Link zu folgen.

Über dieses Thema wurde auch in den Nachrichten vom 4.1.2019 berichtet.