Ein Wohnungsschlüssel am Schlüsselbund steckt im Schloss (Foto: picture alliance/Friso Gentsch/dpa)

Was tun, wenn der Schlüssel weg ist?

  15.11.2020 | 10:28 Uhr

Die Handtasche wird geklaut oder der Schlüssel ist versehentlich verschwunden: Das kann besonders für Bewohner von Mehrfamilienhäusern teuer werden. Der Verband der Immobilienverwalter erklärt, wie man sich im Schadensfall verhalten sollte.

Wenn der Wohnungsschlüssel weg ist, sollten sich Mieter in einem Mehrfamilienhaus umgehend an den Vermieter oder die Hausverwaltung wenden. Nach Angaben des Verbands der Immobilienverwalter Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. (VDIV-RPS) ist auch die Kontaktaufnahme mit der eigenen Privat-Haftpflichtversicherung empfehlenswert.

Der Wohnungsschlüssel gehört dem Wohnungseigentümer. Wenn er verloren geht, kann der Eigentümer entscheiden, ob das komplette Schloss ausgetauscht oder nur der einzelne Schlüssel neuangefertigt werden muss. Gleiches gilt laut Verband bei einer Wohnungsübergabe, wenn Schlüssel nicht mehr auffindbar sind und der Mieter die im Mietvertrag vereinbarte Schlüsselanzahl zum Auszugstermin nicht aushändigen kann.

Keine pauschale Kostenübernahme

Es sei nicht erlaubt, dass der Vermieter die Kosten für ein ausgewechseltes Schloss pauschal auf den Mieter übertrage, so Axel Ewen, Vorstandsmitglied des VDIV-RPS. Vielmehr sei entscheidend, welche Auswirkungen ein verlorener Schlüssel habe und welche Gefahren davon ausgingen.

"Kann der Mieter etwa durch Zeugenaussagen oder Vorzeigen der Ausweisdokumente plausibel nachweisen, dass für das Mietobjekt keinerlei Gefährdung droht - etwa dann, wenn nur ein einzelner Schlüssel ohne Papiere oder Ausweisdokumente abhandenkam - muss der Mieter für den Austausch der Schließanlage nicht aufkommen.“

Der Mieter müsse somit nur dann bezahlen, wenn er einen derartigen Nachweis nicht erbringen könne. Oder aber, wenn Identität und Wohnort zurückverfolgt werden könnten und damit eine Gefahr für die Mietsache existiere. Zweifelt der Vermieter an den Aussagen seines Mieters und kommt dessen private Haftpflichtversicherung für den Schaden nicht auf, muss er laut VDIV-RPS den Austausch der Schließanlage selbst bezahlen oder rechtliche Schritte gegen seinen Mieter einleiten.

Austausch der Schlösser kann teuer werden

Deutlich größer sind die finanziellen Folgen, wenn der Hauseingangsschlüssel verloren geht. In diesem Fall können die Kosten für den Austausch der Schließanlage und Schlüssel für alle Wohnparteien schnell einige tausend Euro betragen. Um dies zu vermeiden, sei ein ausreichender Versicherungsschutz wichtig.

Die Haftpflichtversicherung hafte nämlich nur dann, wenn der persönliche Schlüssel (nicht der des Mieters) verloren gehe. Sie könne allerdings um den entsprechenden Schutz aufgestockt werden, teilte die Verbraucherzentrale des Saarlandes mit. Versicherer würden dafür jährlich circa 10 bis 15 Euro zusätzlich verlangen, teilweise mit einer Selbstbeteiligung.

Nur bekannte Schlüsseldienste rufen

Ein weiterer Tipp des VDIV-RPS rund um das Thema Schlüssel: Fällt die Wohnungstür einmal zu, der Schlüssel befindet sich in der Wohnung und der Zweitschlüssel ist nicht zur Hand, sollten Betroffene aus Panik nicht sofort den erstbesten Schlüsseldienst aus dem Internet kontaktieren. Denn einige Anbieter würden derartige Notsituationen gerne ausnutzen.

"Um nicht in die Kostenfalle zu tappen, empfehlen wir, sich für den Ernstfall die Telefonnummer eines bekannten Schlüsseldienstes aus der Nachbarschaft bereitzuhalten und im Handy abzuspeichern", so Ewen. Auch bei der zuständigen Hausverwaltung oder dem Hausmeister könne man Auskunft erhalten.

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