Himalaya-Salz (Foto: Pixabay)

Was taugt Himalaya-Salz?

  30.08.2020 | 09:36 Uhr

Es hat einen exotischen Namen, eine rosa Färbung - und einen stolzen Preis: Himalaya-Salz gilt als exklusiv und wird von einigen als Allheilmittel angepriesen. Die Verbraucherzentrale hat das Gewürz kritisch unter die Lupe genommen.

Ein Kilo Speisesalz aus deutschen Landen gibt es bereits ab 50 Cent. Man kann aber auch das Zehnfache ausgeben im Glauben, mit einem "Himalaya-Salz" etwas besonders Exklusives zu erstehen - und der Gesundheit etwas Gutes zu tun.

Denn der höhere Preis der Salze mit der rosa Färbung werde oft mit angeblichen gesundheitlichen Vorteilen gerechtfertigt, erklärt Theresia Weimar-Ehl, Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes. "Das Salz soll gegen Gicht oder Bluthochdruck helfen, entschlackend wirken oder den Säure-Basen-Haushalt im Körper regulieren."

Belegt seien solche Behauptungen nicht, betont Weimar-Ehl. "Als Grund für die besonderen gesundheitlichen Vorteile werden häufig wissenschaftlich nicht haltbare Aussagen zum besonderen 'Schwingungsmuster' oder zur Biophotonenenergie von Himalaya-Salz getroffen, die durch den Abbau per Hand erhalten wird. Im Gegenzug wird das herkömmliche Speisesalz kritisiert und als gesundheitsschädlich, aggressiv oder giftig dargestellt."

Kaum Unterschiede in der Zusammensetzung

Dabei unterscheide sich Himalaya-Salz nicht wesentlich von herkömmlichen Speisesalzen. Die Zusammensetzung sei zu 98 Prozent gleich, so Weimar-Ehl. Auch von einem besonderen Beitrag zur Mineralstoffversorgung könne daher keine Rede sein. "Mit Ausnahme von Natrium und Chlorid wird der tägliche Bedarf an Mineralstoffen keinesfalls durch das rosafarbene Salz gedeckt. Lediglich einige wenige weitere Mineralstoffe konnten in Spuren nachgewiesen werden."

Sogar mit der exklusiven Herkunft sei es oft nicht weit her. Der Großteil der Salze werde nicht auf dem "Dach der Welt" selbst abgebaut, sondern in den Niederungen industrieller Salzminen in Zentral-Pakistan. Seit einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshof werde das im Einzelhandel angebotene Salz daher meist mit dem Zusatz "aus Pakistan" betitelt oder einfach nur "Pinkes Kristallsalz" genannt, sagt Weimar-Ehl. Andere Bezeichnungen seien Ursalz, Karakorum-Salz oder Hunza-Salz.

Himalaya-Salz ohne Jod

Salzminen gibt es aber auch in Deutschland. Und ihre Produkte sind nicht weniger gut, aber deutlich günstiger. Aus gesundheitlichen Gründen jedenfalls lohnt es sich laut der Verbraucherzentrale nicht, in teure Spezialsalze wie Himalaya-Salz zu investieren.

Eher im Gegenteil: Himalaya-Salz enthalte kein Jod. Die meisten Menschen in Deutschland bekämen aber zu wenig Jod, sodass jodiertes Salz für viele die gesündere Variante sei. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehle sogar Speisesalz, das mit Jod und Fluorid angereichert ist.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "Wir im Saarland - Service" am 25.08.2020 berichtet.

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