Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette eines Coronaschnelltests. (Foto: picture alliance/dpa | Zacharie Scheurer)

Was mache ich bei einem positiven Selbsttest?

Rebecca Wehrmann   25.01.2022 | 08:56 Uhr

Um Freunde oder Familie nicht versehentlich mit Corona anzustecken, greifen viele zum Selbsttest zuhause. Aber was tun, wenn der Test ein positives Ergebnis anzeigt? Zählt eine kaum sichtbare Linie schon als corona-positiv? Heben negative Tests hinterher den vorherigen quasi auf? Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Selbsttestung zuhause.


Maßnahmen bei positivem Schnelltest
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 19.01.2022, Länge: 02:39 Min.]
Maßnahmen bei positivem Schnelltest


Wann zählt ein Schnelltest als positiv?

Egal wie dünn oder schwach: Wenn der Testergebnis-Bereich (in der Regel mit "T" gekennzeichnet) einen Strich zeigt, gilt der Test als positiv.

Betroffene müssen sich dann laut Gesundheitsministerium des Saarlandes in häusliche Quarantäne begeben, bis das Ergebnis mit einem PCR-Test bestätigt oder entkräftigt ist.

Wie komme ich an einen PCR-Test zum Verifizieren?

Um einen Termin zum PCR-Test zu bekommen, können sich Betroffene an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Vom Amt erhalten sie einen tagesaktuellen PIN, mit dem sie sich in einem der Testzentren des Saarlandes testen lassen können. Nach Angaben des Testzentrums am Messegelände in Saarbrücken wird dort auch ein positiver Selbsttest als Nachweis für eine anschließende PCR-Testung anerkannt.

Das Ergebnis der PCR-Testung sollte nach spätestens 48 Stunden feststehen. Ist es negativ, ist die häusliche Quarantäne aufgehoben. Ist es positiv, gilt ab der Feststellung seit dem 14. Januar eine zehntägige Quarantäne. Zuvor waren es noch 14 Tage gewesen.

Ausnahme: Positiver Schnelltest und Symptome

Dieses Vorgehen bei einem positiven Selbsttest gilt allerdings nur für diejenigen, die keine Krankheitssymptome haben. Sobald man Anzeichen einer Covid-Erkrankung zeigt – wie zum Beispiel Schnupfen oder Fieber – kann man nur noch beim Arzt einen PCR-Test machen.

Dazu sollte man am besten telefonisch die Hausarzt-Praxis kontaktieren und klären, wie, wo und wann der Test möglich ist. Hat man keinen Hausarzt, muss man das Gesundheitsamt kontaktieren. Dort bekommt man dann einen Arzt zugewiesen, der den Test übernimmt. Ist das PCR-Ergebnis ebenfalls positiv, müssen Betroffene für zehn Tage in Quarantäne.

Für Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Eingliederungshilfen endet die Quarantäne nach sieben Tagen, wenn sie einen negativen PCR-Test haben und mindestens 48 Stunden symptomfrei sind. Auch Kinder und Jugendliche können sich selbst nach sieben Tagen freitesten.

Wer muss noch in Quarantäne?

Außer der positiv getesteten Person müssen alle Haushaltsangehörigen und enge Kontaktpersonen (sobald sie eine Mitteilung vom Gesundheitsamt bekommen) für zehn Tage in Quarantäne.

Davon ausgenommen sind jedoch – sofern sie keine Symptome haben – geboosterte Personen und doppelt Geimpfte und Genesene bis zu drei Monate nach der Impfung beziehungsweise Infektion.

Für bestimmte Berufsgruppen gelten minimal andere Regeln, zeigt diese Grafik des Gesundheitsministeriums:

Grafik: Isolation und Quarantäne im Saarland (zum Vergrößern klicken)

Freitesten von der Quarantäne?

Wer keine Krankheitssymptome hat, kann sich bereits nach sieben Tagen „freitesten“. Mit einem erneuten Test, dessen Ergebnis negativ ist, ist die Quarantäne beendet. Kinder und Jugendliche haben einen kürzere Frist – sie können sich bereits nach fünf Tagen in Quarantäne freitesten lassen.

Die Freitestung ist seit dem 14. Januar auch mit einem negativem Antigen-Schnelltest möglich. Dieser muss aber in einem Testzentrum und nicht zuhause durchgeführt werden.

Haben Kontaktpersonen Anspruch auf einen PCR-Test?

Was ist, wenn ich mit einer Person Kontakt hatte, die einen positiven PCR-Test hatte? Steht mir dann automatisch ebenso ein PCR-Test zu? Das Gesundheitsamt kann eine PCR-Testung veranlassen, wenn zum Beispiel ein roter Kontakt in der Corona-Warn-App erscheint.

Es gibt jedoch streng genommen keinen Anspruch auf einen PCR-Test für Kontaktpersonen, da die Diagnostik laut dem saarländischen Gesundheitsministerium auch durch einen Antigen-Test möglich ist. Ob man einen Termin für eine PCR-Testung bekommt ist demnach vom zuständigen Gesundheitsamt abhängig.

Welche Tests sind zuverlässig?

Es gibt viele Anbieter von Selbsttests, 122 davon hat das Paul Ehrlich-Institut auf ihre Qualität und Aussagekraft überprüft. Getestet wurde, wie sensibel sie auf unterschiedliche Virusmengen reagieren. Dafür haben die Forscher die Tests in drei Sensitivitäts-Klassen aufgeteilt. Manche erkennen bereits niedrige Viruslasten, andere sind erst ab mittleren oder hohen Viruslasten zuverlässig.

Das Ergebnis des Instituts: Bei hoher Viruslast schlagen die meisten der erhältlichen Tests an. So zum Beispiel der Test von Hotgen, den man im Supermarkt kaufen kann. Ist die Infektion sehr mild oder noch am Anfang und damit die Viruslast gering, sind jedoch nur 17 Tests zuverlässig.

Allerdings ist es gegebenenfalls schwierig, den eigenen Anbieter zu finden, da einige Produkte von verschiedenen Firmen produziert und verkauft werden. Das Berliner IT-Kollektiv Zerforschung hat daher eine Web-App entwickelt, die helfen soll. Auf www.schnelltesttest.de gibt es sowohl die Möglichkeit den Barcode auf der Verpackung des Tests zu scannen oder auch nach dem Hersteller zu suchen.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja