Ein Passwort wird auf einem Laptop über eine Tastatur eingegeben. (Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa)

Angriffswelle mit "weltweit gefährlichster Schadsoftware"

  24.09.2019 | 11:47 Uhr

IT-Experten warnen vor einer neuen Welle von Cyberangriffen. Aktuell werde das Schadprogramm "Emotet" wieder massenhaft versandt. Es habe bereits erhebliche Schäden in Unternehmen und Behörden verursacht. Auch Privatpersonen müssen aufpassen.

"Seit rund einer Woche wird Emotet wieder massenhaft versandt und hat binnen weniger Tage für Produktionsausfälle, den Ausfall von Bürgerdiensten in Kommunalverwaltungen und zahlreiche infizierte Netzwerke gesorgt", sagte der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm. So war zum Beispiel fast die komplette Verwaltung der Gemeinde Neustadt bei Hannover mehrere Tage lahmgelegt.

Täuschend echte Spam-Mails

Das BSI stuft Emotet als die "weltweit gefährlichste Schadsoftware" ein. Der Trojaner greift bei infizierten Computern auf das Mailprogramm zu und verschickt Antworten auf E-Mails - oft mit Zitaten aus einer vorangegangenen E-Mail-Kommunikation und gefälschtem Absender. Das lässt die bösartigen E-Mails besonders authentisch und glaubhaft erscheinen, und verleitet dazu, ein angehängtes Office-Dokument zu öffnen. Damit wird dann auch das eigene Netzwerk infiziert.

Den eigentlichen Schaden richten die Täter laut BSI dann mit nachgeladener Schadsoftware an - zum Beispiel Banking-Trojaner oder Verschlüsselungssoftware.

Tausende E-Mail-Konten gesperrt

Das BSI hat in den vergangenen Tagen mehrere tausend E-Mail-Konten von Unternehmen und Privatpersonen sperren lassen, weil sie bereits infiziert und für den Versand weiterer Schadsoftware verwendet wurden.

Wie man sich vor Emotet schützen kann

Das BSI rät dazu, zeitnah Sicherheitsupdates für Betriebssysteme und Programme zu installieren, die Antivirensoftware auf einem aktuellen Stand zu halten und vor allem die eigenen Daten regelmäßig mit Backups zu sichern. Zudem sollten auch bei vermeintlich bekannten Absendern Mail-Dateianhänge nur mit Vorsicht geöffnet werden. Im Zweifelsfall sollte man den Absender vorher anrufen. Ist ein System bereits mit Emotet infiziert, bleibt meist nur noch der Weg, es komplett neu aufzusetzen.

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