Streaming, Netflix, Maxdome, Amazon Video, Portal (Foto: Imago/xim.gs)

Wie man gefälschte Filmportale erkennt

Melina Miller   15.11.2020 | 08:44 Uhr

Streamingdienste sind beliebter denn je - gerade jetzt, wenn die Freizeitmöglichkeiten eingeschränkt sind und das Herbstwetter zum Zuhausebleiben einlädt. Doch bei der Auswahl der Filmportale gibt es einiges zu beachten, damit Verbraucher am Ende nicht in der Abofalle landen.

Allein im Jahr 2020 sind rund 130 neue dubiose Film-Webportale auffällig geworden, warnt die Verbraucherzentrale des Saarlandes. Statt der versprochenen Filme gebe es dann trotz authentisch gestalteter Webseite erst einmal nur eine Rechnung für einen Jahresvertrag.

Ein häufiges Anzeichen für ein Betrügerportal - die oft mit den Wörtern "flix“, "play“ oder "stream“ im Namen erscheinen - könne beispielsweise eine fünftägige kostenlose Testphase sein. Um diese nutzen zu können, müssten sich Verbraucher registrieren und persönliche Daten wie etwa die E-Mail-Adresse oder Telefonnummer angeben. Zudem müsse den Nutzungsbedingungen zugestimmt werden. Diese sollte man sich vorher immer durchlesen, da sich dort vertraglich relevante Informationen verstecken könnten, erklärt Juristin Eva Ludwig.

Seriöse Abos sind nicht kostenlos

Auch der Preis könne ein Anzeichen für eine Fälschung sein: Dubiose Abopreise liegen laut Ludwig bei circa 360 bis 400 Euro pro Jahr. Wenn etwas sogar kostenlos angeboten werde, sei auf jeden Fall Skepsis angebracht: "Premiumangebote zum Nulltarif gibt es auch im Internet nicht." Darauf weist auch der saarländische Verbraucherschutzminister Reinhold Jost hin.

Die Verbraucherzentrale hat in einer "schwarzen Liste" verdächtige Streamingdienste zusammengefasst. Ein kurzer Vergleich könne genügen, um Betrüger zu identifizieren, noch vor dem "Zustimmen", rät Ludwig. Den Namen der Betreiber einfach in eine Suchmaschine einzugeben, kann ebenfalls helfen, denn dann tauchen auch eventuelle Beschwerden auf.

Bei Abofalle Anzeige erstatten

Wer dennoch in eine Falle getappt ist und eine Rechnung von dubiosen Anbietern erhält, soll laut Verbraucherzentrale auf keinen Fall bezahlen oder noch weitere persönliche Daten angeben. Verbraucher sollten stattdessen den Vertragsschluss bestreiten, hilfsweise widerrufen und wegen arglistiger Täuschung anfechten sowie Strafanzeige stellen - selbst wenn Inkassounternehmen angedroht würden, so Ludwig.

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