Eine Frau öffnet ihre Post und findet eine Rechnung. (Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose)

Was tun, wenn eine Inkassoforderung kommt?

  03.07.2022 | 15:05 Uhr

Wer seine Rechnung nicht pünktlich bezahlt, erhält daraufhin meist eine Zahlungsaufforderung durch ein Inkasso-Unternehmen. Dabei kann es einige Fallstricke geben. Worauf man achten sollte und wie man richtig reagiert.

Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Rechnung nicht rechtzeitig bezahlen, können Unternehmen Inkasso-Büros beauftragen, um Zahlungsaufforderungen wirksam zu machen.

Nicht immer sind Forderungen von Inkasso-Unternehmen berechtigt. Laut Verbraucherzentrale Saarland sollten Verbraucherinnen und Verbraucher daher stets gegenchecken, ob das Schreiben eines Inkasso-Unternehmens angemessen ist.

Unseriöse Inkassoschreiben erkennen

Immer wieder kommt es vor, dass unseriöse Inkassoschreiben verschickt werden. Ob man selbst davon betroffen ist, lässt sich aber leicht überprüfen. Jedes Inkasso-Unternehmen muss offiziell registriert sein. Dies kann man über das Rechtsdienstleistungsregister herausfinden. Ist ein Inkassobüro dort nicht zu finden, kann dies bei der zuständigen Aufsichtsbehörde angezeigt werden.

Fake-Schreiben kann man außerdem daran erkennen, dass die Empfängerinnen und Empfänger nicht persönlich angesprochen werden oder gar nicht drin steht, worum es genau geht, erklärt die Rechtsberaterin der Verbraucherzentrale Saarland Elif Tanto. Auch grammatikalische Fehler können ein Indiz für einen Fake sein.

Richtig auf ein Inkassoschreiben reagieren

Wie gehen Betroffene nun richtig vor, wenn sie ein Inkassoschreiben erhalten? Elif Tanto nennt die wichtigsten Schritte:

Zunächst einmal sollte man prüfen, ob die Forderung generell plausibel und dementsprechend berechtigt ist. Haben Sie also in letzter Zeit eine Rechnung erhalten und nicht bezahlt? Sollten Sie zu dem Schluss kommen, dass die Forderung berechtigt ist, sollte die Rechnung so schnell wie möglich beglichen werden, sonst könnten die Kosten noch weiter steigen.

Bei Unsicherheit kann man das jeweilige Unternehmen um Auskunft bitten oder die Forderung bereits bestreiten. Die Verbraucherzentrale Saarland hält dafür verschiedene Musterschreiben auf ihrer Website bereit, die helfen können. Dabei sollten Sie Ihren Widerspruch bereits ausführlich begründen.

Wichtig ist: Man sollte nicht beim Inkasso-Unternehmen anrufen, sondern sich schriftlich an die jeweilige Stelle wenden. "Das Unternehmen will hauptsächlich an Ihr Geld. Die wollen nicht diskutieren", weiß Tanto. Außerdem dienen schriftliche Reaktionen auf die Inkassoforderung im Nachhinein als wichtiger Nachweis. Am besten sollten Sie daher per Einschreiben auf Inkassoforderungen reagieren, rät die Rechtsberaterin.

Vor allem aber sollte man nichts unterschreiben, was man nicht versteht.

Sich nicht einschüchtern lassen

Für den Fall, dass Betroffene die Forderung als nicht berechtigt ansehen, können sie sich auch für eine persönliche Beratung an die Verbraucherzentrale Saarland beziehungsweise an eine Anwältin oder einen Anwalt wenden. Eine erste telefonische Beratung bei der Verbraucherzentrale ist dabei kostenlos.

Letztlich sollte Verbraucherinnen und Verbrauchern vor allem bewusst sein, dass Inkasso-Unternehmen gerne Druck ausüben, so Tanto. Da könne sie Betroffene beruhigen: Es müsse einiges zusammenkommen, bis ein Gerichtsvollzieher involviert wird oder es zu einem Schufa-Eintrag kommt. Und sollte dies nicht berechtigt sein, können sich Betroffene wehren.

Informationen bei der Verbraucherzentrale Saarland

Am 21. Juli zwischen 10.00 und 11.00 Uhr informiert die Verbraucherzentrale Saarland Interessierte in einem Online-Vortrag über die "Kostenfalle Inkasso". Anmeldungen sind über die Website der Zentrale möglich.

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