Teetasse mit Herbstlaub auf dem Tisch (Foto: picture alliance / PantherMedia / Jiri Hera)

Der perfekte Tee für kalte Tage

Melina Miller   11.10.2020 | 08:50 Uhr

Wenn es draußen immer kälter wird, machen es sich viele Menschen mit einer Tasse Tee auf dem Sofa gemütlich. Für einen gelungenen Teegenuss gilt es allerdings einiges zu beachten.

Zu unterschiedlichen Jahreszeiten liegen unterschiedliche Teesorten im Trend. In der Coronazeit seien immunstärkende Tees der Renner, so Morgane Rüdiger, Geschäftsführerin des "Tässje am Dom" in St. Wendel. Laut Stefan Stricker, Inhaber des Teefachgeschäfts Stricker in Saarbrücken, sind auch energetisierende Tees mit Mate, Matcha und Guarana bei den Kunden beliebt. Ganzjährig haben nach Angaben der Experten meist Früchte- und Schwarztees die Nase vorn.

In der Herbst- und Winterzeit sind laut Sabine Winkler-Baronsky, Geschäftsführerin des Kaffee- und Teefachgeschäfts "Die Kaffeebohne" in Saarbrücken, vor allem Früchtetees beliebt. Je näher Weihnachten komme, desto mehr fruchtige Teesorten mit Zimt und Gewürzen würden verkauft, stellt auch Rüdiger fest.

Sieb oder Filter?

"Das ist eine Glaubensfrage", sagt Rüdiger vom "Tässje am Dom". Im Prinzip sei jedes Hilfsmittel für den Aufguss erlaubt, solange der Tee genug Platz habe. Nur so könne er sich entfalten und seinen Geschmack ausbreiten. Winkler-Baronsky empfiehlt deshalb, den Tee am besten lose in der Kanne aufzubrühen und erst vor dem Genuss durch ein Sieb abzugießen. Auch Papierfilter seien geeignet, wenn es mal schneller gehen müsse. Besonders bei Rooibos, Früchte- und Kräutertee eigne sich diese Aufgussweise, so Stricker.

Wie lange sollte der Tee ziehen?

Abhängig von der Teesorte gibt es unterschiedliche Ziehzeiten. Im Schnitt rechnet man laut Experten bei einem Aufguss mit kochendem Wasser mit fünf Minuten Ziehzeit. Kräuter- oder Früchtetee ohne Säurenoten könne man ohne Bedenken auch länger ziehen lassen.

Vorsicht sei dagegen bei Grüntee geboten: Hier dürfe das Wasser niemals kochen und eine Ziehzeit von maximal drei Minuten nicht überschritten werden. Empfohlen werde 70-90 Grad heißes Wasser und ein bis zwei Minuten Ziehzeit je nach Sorte. "Schwarztee ist nicht ganz so empfindlich", erklärt Rüdiger. Auch hier gelte die Durchschnittszeit von fünf Minuten, abhängig von der Sorte.

Kann man Tee mehrmals aufbrühen?

Grundsätzlich werde mehrmaliges Aufbrühen nur bei hochwertigen Grüntees empfohlen, so Winkler-Baronsky. Bis zu drei Aufgüsse seien hier möglich. Stricker empfiehlt, die Aufgusstemperatur bei jedem weiteren Aufguss um 5-10 Grad zu erhöhen. Bei anderen Teesorten leidet mit einem zweiten Aufguss meist der Geschmack. Laut Expertin Rüdiger entstehen durch mehrmaliges Aufbrühen aber keine schädlichen Stoffe. Wie oft man seinen Tee aufbrühe, sei also jedem selbst überlassen.

Teemaschine als Alternative?

Nach Einschätzung des "Tässje am Dom" und der "Kaffeebohne" sind Teemaschinen unter den Kunden relativ wenig verbreitet. Das hänge möglicherweise auch mit dem Prozess des Teekochens als solchem zusammen: "Gerade bei hochwertigen, losen Tees gehört die Zubereitung zum Zeremoniell dazu", erklärt Rüdiger. Bei einer Teemaschine, bei der man nur einen Knopf drücken müsse, sei das natürlich anders.

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