Eine Pyramide aus Äpfeln (Foto: Felix Schneider/SR)

Was man über den Apfel wissen sollte

Felix Schneider   11.01.2022 | 06:39 Uhr

Ein altes englisches Sprichwort verspricht, dass mit einem täglichen Apfel jegliche Gesundheitssorgen und der Gang zum Arzt passé sind. Ein Wunderheiler ist der Apfel zwar nicht - aber trotzdem gesund.

Die Deutschen lieben Äpfel: Statistisch verputzt jeder von uns rund 25 Kilogramm davon pro Jahr. Nicht unbedingt nur als reine Frucht, sondern auch verarbeitet in Saft und Kuchen. Das sind insgesamt etwa zwei Millionen Tonnen Äpfel. Die Römer sollen ihn in unsere Breiten gebracht haben. In Klöstern wurden sie während des Mittelalters intensiv angepflanzt.

Video [aktueller bericht, 11.01.2022, Länge: 4:41 Min.]
Tag des Apfels: Wie gesund ist das beliebte Obst?

Weltweit gibt es über 30.000 verschiedene Apfelsorten, die man essen kann. Alle haben einen gemeinsamen Vorfahren: den asiatischen Wildapfel aus Kasachstan. In Deutschland wachsen um die 2000 Sorten. Im Supermarkt findet man meist die gleichen etwa ein Dutzend verschiedenen Sorten.

Wunderheiler Apfel?

Der Apfel ist kein Wunderheiler. Der tägliche Griff zum Apfel wird den Doktor auch nicht um seine Brötchen bringen. Dennoch hat das Obst eine heilende Wirkung. Ernährungsexpertin Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale des Saarlandes rät besonders bei Durchfall zum Apfel. „Seine Ballaststoffe binden Wasser und der Stuhl wird dadurch wieder fester.“

Der Apfel - rundum gesund aber kein Wunderobst
Audio [SR 3, Felix Schneider, 11.01.2022, Länge: 02:30 Min.]
Der Apfel - rundum gesund aber kein Wunderobst

Die roten Farbstoffe im Apfel, sogenannte Anthocyane, binden freie Radikale im Körper. Das sind hochreaktive, sehr aggressive, chemische Moleküle, die Krebs auslösen können. „Er liefert mit einen Beitrag, um das Krebspotenzial durch Ernährung zu senken“, so Weimar-Ehl.

Auf keinen Fall sollte man laut der Ernährungsexpertin auf die Schale des Apfels verzichten: Darin und darunter sitzen nämlich viele Vitamine und Nährstoffe, die den Apfel sehr gesund machen. Wegen Schadstoffen und Pestiziden auf der Schale rät Weimar-Ehl: „Den Apfel unter fließendem Wasser gut waschen und mit einem trockenen Tuch kräftig abreiben. So dürften kaum noch Pestizide oder Schadstoffe auf dem Apfel sein.“


Nicht zu dicht an anderem Obst

Apfel sollten nicht zu nah an anderen Obstsorten liegen. Sie reifen nämlich auch noch, wenn sie nicht mehr am Baum hängen, bei Zimmertemperatur sogar deutlich schneller als in einer kühlen Umgebung.

Ein Apfel gehört deshalb laut Obstverkäufer Alfred Mergarten vom Globus in Güdingen in die Obstschale: „Der Apfel stößt nämlich das Reifegas Ethylen aus und wenn man dann zum Beispiel Bananen in der Nähe lagert, werden die in kürzester Zeit überreif und bekommen braune Punkte.“

Kuriose Verwandtschaft

Die Verwandten kann man sich nicht aussuchen, so auch nicht der Apfel. Er gehört zur Familie der Rosengewächse. So ist der Apfel neben Kirschen, Himbeeren und Birnen auch mit der Rose verwandt. Solch kuriose Verwandtschaften sind im Pflanzenreich keine Besonderheit. Übrigens: Mit dem Granatapfel und dem Erdapfel (Kartoffel) ist er nicht verwandt.

Viele Verbraucher schätzen an Äpfeln ihre lange Haltbarkeit. Einfach zu lagern, schafft es der Apfel über mehrere Monate, erklärt Ernährungsexpertin Theresia Weimar-Ehl: „Ältere Äpfel sind mit einer öligen Schicht überzogen, die sie selbst bilden. Das machen die Äpfel, um länger haltbar zu sein. Die Schicht kann man einfach mit Wasser abwaschen und den Apfel dann essen.“

Die pinke Dame und cleveres Marketing

Ein besonders bekannter und beliebter Apfel ist die „Pink Lady“. Das ist eigentlich keine Apfelsorte, sondern eine Marke. Die Sorte hinter der pinken Dame heißt „Cripps Pink“. Durch cleveres Marketing wurde Verbrauchern weisgemacht, der knallrote Apfel sei etwas besonderes. Die International Pink Lady Alliance lässt sich die Mitgliedschaft im Club der Anbauer und das Namensrecht teuer bezahlen.

Über dieses Thema hat auch die SR-Fernsehsendung "aktueller bericht" am 11.01.2022 berichtet.

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