Stiftung Warentest Tablets (Foto: SR)

Wie gut sind aktuelle Tablets?

Sarah Sassou   28.06.2022 | 17:24 Uhr

Tablets sind aus dem Alltag inzwischen kaum noch wegzudenken. In vielen Haushalten findet sich mindestens eines der Geräte, die häufig sogar den klassischen Computer ersetzen. Doch das Angebot ist riesig. Stiftung Warentest testet regelmäßig die aktuellen Modelle.

Ein neues Rezept nachkochen, eine DIY-Anleitung aus dem Netz ausprobieren oder den Kindern kurzzeitig die Langeweile vertreiben: Tablets sind dabei praktische Helfer, weil sie einen größeren Bildschirm als ein Smartphone haben, aber dennoch handlicher als ein Notebook sind.

Insgesamt hat Stiftung Warentest bereits rund 100 Tablets nach dem gleichen Prüfprogramm getestet. Dieses Mal im Test sind 18 Tablets von XXS bis XXL zu Preisen von 105 bis 1400 Euro. Besonders beliebt bei Verbrauchern sind Geräte mittlerer Größe, das bedeutet zwischen zehn und elf Zoll.

Tablets – der Leistungscheck
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 28.06.2022, Länge: 05:00 Min.]
Tablets – der Leistungscheck

Samsung und iPad hochpreisig

So wie das „Xiaomi“: Mit 385 Euro liegt es preislich im Mittelfeld. Der Bildschirm hat 10,9 Zoll, der interne Speicher 128 GB. Das WLAN entspricht nicht ganz dem neuesten Standard, Mobilfunk gibt es nicht.

Mit 170 Euro ist das „Odys“ das preiswerteste. Der Bildschirm hat 10,1 Zoll, der interne Speicher nur 64 GB. Das WLAN entspricht nicht dem neuesten Standard, aber es gibt Mobilfunk. Deutlich teurer sind das „Samsung“ für 900 Euro und das „iPad-Air“ für 850 Euro.

Sturztest

Im Standardtest von Stiftung Warentest muss ein Tablet zunächst einen Sturz von der Tischkante überstehen. Dafür wird das Gerät auf einen speziellen Tisch gelegt, mit dessen beweglicher Tischplatte man das Gerät über die Kante schieben kann. Es fällt dann etwa 90 cm tief auf den Teppichboden. Das „iPad Air“ schafft ihn ohne Probleme. Auch die anderen Tablets im Test überstehen ihn unbeschadet.

Sicherheitslücke durch Gesichtserkennung

Tester Peter Knaak nimmt sich als nächstes das „Teclast“ für 290 Euro vor. Er testet Handhabung und Sicherheit. Dafür will er die Gesichtserkennung mit einem Foto austricksen. Zuerst richtet er die Gesichtserkennung ein.

Das Tablet scannt das Gesicht ab und gibt das Menü frei. Jetzt kommt ein Foto von seinem Gesicht zum Einsatz. Es gelingt ihm, damit das Gerät zu entsperren - eine gravierende Sicherheitslücke, bemängelt Peter Knaak. „Die Gesichtserkennung sollte wirklich nicht auf ein Bild hereinfallen, und weil es bei diesem Tablet dann eben doch der Fall war, haben wir es schlechter benotet.“

Keine Sicherheitsupdates

Auch beim Tablet von „TCL“ für 234 Euro findet der Tester eine Schwachstelle: Das Android-Betriebssystem ist auf dem Stand vom letzten Sommer. Wichtige Sicherheitsupdates fehlen. „Das Problem ist, dass für dieses Tablet die Sicherheitsupdates nicht weitergeleitet wurden an die Kunden, und das öffnet eben Angreifern Tür und Tor“, erklärt Knaak.

„Wenn man da eine App, die verseucht ist, lädt, dann kann die richtig Schaden anrichten: Kundendaten abgreifen, Kontodaten, wenn man die eingegeben hat, Passwörter stehlen oder vielleicht sogar das Tablett übernehmen.“

Akku im Test

Im Testlabor werden außerdem Funktionen wie Spielen und Surfen geprüft. Dabei zeigt sich, dass „Samsung“, „Apple“ und „Xiaomi“ sehr flott arbeiten, das „Odys“ ist dagegen eher träge. Beim Surfen stockt und ruckelt das Bild.

Für den Test der Akkulaufzeit müssen die Tablets ein Endlosvideo abspielen. Das „Odys“ gibt nach sechs Stunden auf. Das teure iPad läuft kaum länger. Das „Samsung“ dagegen schafft fast 15 Stunden, das „TCL“ sogar 17 Stunden.

Ladezeit und Display

Beim Aufladen ist das iPad am schnellsten, und auch bei der Displayqualität ist es Spitze. Es ist besonders hell und klar, doch „Samsung“ und „Xiaomi“ sind fast gleich gut.

Das „Odys“ ist dunkler als alle anderen. Auch beim Kameratest kann es nicht überzeugen. Die Auflösung ist mau, bei wenig Licht, zum Beispiel in einem abgedunkelten Raum, geht die Qualität ganz in die Knie.

„Dunkle Bereiche saufen einfach ab, da gibt es keine Details mehr, und die Bilder sind auch insgesamt wirklich Detailarm und verwaschen“ beschreibt Tester Knaak die Ergebnisse beim „Odys“. In der Endauswertung landet das „Odys“ auf dem letzten Platz, mit dem Testurteil „befriedigend“.

Apple und Samsung vorne

Trotz einzelner Sicherheitsmängel schneiden „Teclast“ und „TCL“ mit „gut“ ab. „Das Teclast bietet wahnsinnig viel Speicher fürs Geld, und das TCL hat einen sauguten Akku“, so Knaak. Die teuren Geräte schneiden am besten ab: „Apple“ und von „Samsung“. Die Tester hat vor allem ihre Schnelligkeit überzeugt, beim „Samsung" außerdem der sehr gute Akku.

Das Testurteil fällt „gut“ aus für „Apple“ und für den knappen Testsieger „Samsung“. Wer nicht ganz so viel ausgeben will, ist mit dem „Xiaomi“ genauso gut beraten, sagt Peter Knaak. 

Über dieses Thema hat auch die Sendung "Wir im Saarland - Service" am 28.06.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja