Verschiedene Fruchtpürees zum "quetschen" in Tüten. (Foto: SR Fernsehen)

Wie gesund sind Quetschies?

Kasia Hummel/Thomas Braun   31.03.2019 | 14:46 Uhr

Ein schneller Snack für zwischendurch: Fruchtpüree aus dem Quetschbeutel für die ganz Kleinen. Beworben wird der Obstbrei in Tüten als praktischer und gesunder Snack für Kinder. Ernährungsexperten raten allerdings vom Verzehr ab.

Eltern mit Säuglingen sollten versuchen, auf die sogenannten Quetschies zu verzichten, so Regina Ensenauer, die Leiterin des Bundesinstituts für Kinderernährung am Max Rubner-Institut in Karlsruhe. Die Ernährungsexpertin rät Eltern, Kleinkinder so oft es geht, mit dem Löffel zu füttern. Das rege nicht nur die Mundmotorik an. Durch den direkten Blick- und Sprechkontakt mit den Eltern lerne das Kind beim Füttern gleichzeitig auf vielen Ebenen dazu.

Ein weiteres Problem: Es gebe mittlerweile Eltern, die drei bis vier Mahlzeiten mit diesen Fruchtbeuteln gestalten, erzählte Ensenauer. Problematisch sei nicht nur, wenn sie das klassische Breifüttern ersetzten. "Fruchtbreie aus Quetschbeuteln weisen häufig sehr hohe Zuckergehalte auf", warnte die Instituts-Leiterin.

"Es ist eine Süßigkeit"

Ernährungswissenschaftler Dennis Pfaff von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken kann grundsätzlich nachvollziehen, warum Eltern auf die Quetschbeutel zurückgreifen. "Es ist eine praktische Darreichungsform, die man auch unterwegs nutzen kann", so Pfaff. Empfehlen würde er sie dennoch nicht. Neben dem hohen Zuckeranteil bemängelt Pfaff auch, dass teilweise noch Säuren zugesetzt würden, um die Haltbarkeit zu erhöhen. "Es ist insgesamt als Süßigkeit zu bewerten." Und wie andere Süßigkeiten auch sollten die Quetschies die Ausnahme bleiben. Stattdessen empfiehlt Pfaff, auf frisches Obst und Gemüse zurückzugreifen.

Deutlich teurer als frisches Obst

Das Verbrauchermagazin Öko-Test verweist zusätzlich auf das erhöhte Kariesrisiko - nicht nur wegen dem hohen Zucker- und Säuregehalt, sondern auch, weil die Snacks „genuckelt“ würden. Zudem seien sie deutlich teurer als frisches Obst, produzierten unglaubliche Müllberge und enthielten zum Teil auch Schadstoffe.  

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Wir im Saarland" vom 26.03.2019 im SR Fernsehen berichtet.

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