Grüner Knollenblätterpilz  (Foto: picture alliance / Bernd Wüstneck/Zentralbild/dpa)

Vorsicht beim Pilzesammeln

  13.10.2019 | 08:30 Uhr

Ideale Temperaturen und ausreichend Regen: Für Pilzfreunde im Saarland ist derzeit Hochsaison. Neben den genießbaren Sorten sprießen aber auch viele gefährliche Arten aus dem Boden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich kostenlos Rat bei einem der Pilzsachverständigen im Saarland holen.

Feuchte Witterung und vergleichsweise milde Temperaturen - für Pilze sind das optimale Bedingungen, wie der Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, Tobias Thiel, bestätigt. Mit durchschnittlich 50 bis 60 Litern pro Quadratmeter habe es in den letzten Tagen im Saarland zudem ausreichend geregnet.

Video [aktueller bericht, 08.10.2019, Länge: 3:37 Min.]
Doch gute Pilzsaison im Saarland

Hohe Verwechslungsgefahr zwischen Speise- und Giftpilz

Derzeit wachsen laut Thiel alle herbsttypischen Pilze wie Champignons oder Steinpilze. Allerdings finde man auch sehr viele gefährliche Fliegenpilze und Knollenblätterpilze. Und die Verwechslungsgefahr ist teilweise sehr hoch. Der hochgiftige grüne Knollenblätterpilz sieht dem genießbaren Champignon etwa täuschend ähnlich.

Giftige Pilze

Grundsätzlich sollten nur Pilze gesammelt werden, die man ganz sicher bestimmen könne. Thiel rät dringend davon ab, sich bei der Bestimmung auf digitale Medien wie Apps zu verlassen. Außerdem sollten nur ausgewachsene Pilze von guter Qualität gesammelt werden. Bei kleinen Pilzen sei die Verwechslungsgefahr besonders groß.

Kostenlose Pilzkontrolle durch Sachverständige

Pilzsachverständige vom Verein "Die Drieschlinge" bieten noch bis Ende Oktober jeden Sonntag von 16.00 Uhr bis 17.30 Uhr im Waldinformationszentrum Neuhaus bei Saarbrücken oder kurz darauf in der Gaststätte des TuS Herrensohr eine kostenlose Pilzkontrolle an. Darüber hinaus gibt es im gesamten Saarland anerkannte Pilzsachverständige, die bei der Pilzbestimmung helfen. Eine Übersicht mit Adressen und Telefonnummern gibt es auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Gitftnotruf: 06841 - 19 240

Manche Pilze können zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen. Erste Symptome wie häufiges Erbrechen und Übelkeit zeigen sich aber oft erst Stunden später. Beim Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte direkt der Giftnotruf verständigt werden (Telefon: 06841 - 19240). Die Experten vom Verein Drieschlinge raten auch, die gesammelten Pilze vorm Verzehr zu fotografieren. Das kann bei einer Vergiftung hilfreich sein, den verantwortlichen Pilz und damit auch das entsprechende Gift schneller zu identifizieren.

Der Grüne Knollenblätterpilz
Auf der Suche nach dem Pilz des Jahres

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 07.10.2019 berichtet.

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