Salbei, Rosmarin und Zitronenmelisse (Foto: dpa)

Starke Kräuter gegen Erkältung und mehr

Heidemarie Traut   18.02.2016 | 08:00 Uhr

Gerade bei dem momentan schmuddeligen Wetter spielt das ein oder andere Immunsystem verrückt. Laufende Nasen und kratzige Hälse begegnen uns auf der Arbeitstätte, im Kindergarten und der Schule. Abhilfe können Tees und Salben aus Kräutern schaffen. Der aktuelle bericht hat bei Kräuterfrau Heidemarie Traut in Wadgassen nachgefragt, was für oder gegen etwas gut ist...


Rezepte


Salbei (Foto: dpa)

Salbei Bonbons

Zutaten
10 Gramm frische Salbeiblätter (oder 5 große getrocknete Salbeiblätter)
100 gr. Zucker

Zubereitung
Ernte etwa 10 Gramm Salbeiblätter (das sind ungefähr die Spitzen von zwei Salbeistängeln). Alternativ kannst du auch getrocknete Salbeiblätter nehmen. Zupf die Blätter von den Stengeln ab, denn die harten Stengel werden nicht benötigt. Schneide die Salbeiblätter so fein wie möglich. Wenn du trockenen Salbei verwendest, Mörser ihn am besten zu Pulver oder reibe ihn mit den Fingern so klein wie möglich.

Wiege dann den Zucker ab. Lege ein Backpapier auf eine Arbeitsfläche, denn später muss es schnell gehen und du hast nicht mehr die Zeit dafür. Gib den Zucker in einen möglichst kleinen Topf (ohne allzu dicken Thermo-Boden!) und stelle ihn auf die Herdplatte bei mittlerer Hitze. Zuerst schmilzt der Zucker langsam, dann geht es immer schneller. Und kaum ist der Zucker vollständig geschmolzen, wird er auch schon braun. Dass er braun wird, ist gut, denn dann karamellisiert er. Zu braun sollt er allerdings nicht werden, da er sonst bitter wird.

Jetzt muss alles ganz schnell gehen: Gib die Kräuter in die Zuckermasse und rühr sie zügig unter. Das Wasser in den frischen Salbeiblättern lässt die Masse zischen und brodeln. Nimm den Topf von der Herdplatte. Achtung! Die Zuckermasse ist enorm heiß, deutlich heißer als kochendes Wasser. Tropf die Zucker-Kräuter-Masse mit einem Löffel auf das Backpapier. Die Tropffladen sollen etwa Bonbongröße haben. Nach und nach wird das ganze Backpapier mit der Zucker-Salbei-Mischung voll getropft. Am besten macht man das in einer geordneten Reihenfolge, damit man später weiß, welches das erste Bonbon ist.

Der nächste Schritt ist schwierig, denn man kann sich die Finger und Handflächen verbrennen. Sobald die komplette Bonbonmasse auf das Backpapier getropft ist, stellt man Topf und Löffel beiseite und gibt Wasser hinein. Die karamellisierten Reste im Topf und am Löffel lösen sich dann, nach einer Weile, vollkommen problemlos. Nun löst man das erste Bonbon, das inzwischen halb abgekühlt ist, vom Backpapier und rollt es zwischen den Händen zu einer kleinen Kugel.


Zwiebel-Honig (Foto: SR)

Zwiebel-Honig

Zwiebeln und Honig ergänzen sich hervorragend, weil sie beide gegen Infektionen wirken - wenn auch auf unterschiedliche Weise. Der Zwiebel-Honig hilft gegen Husten und Halsentzündung, er fördert aber auch den Stoffwechsel und die Verdauung. Auch als Salbe gegen Wunden und Geschwüre kann man ihn verwenden. Der Honig zieht den Saft aus den Zwiebeln, sodass er nach einer Weile flüssiger wird und die Wirkstoffe der Zwiebel mit beinhaltet.

Zwiebelsaft ist ein natürliches Desinfektionsmittel. Die ätherischen Öle der Zwiebel wirken außerdem abschwellend und schleimlösend. Gut zu wissen: Je schärfer eine Zwiebel ist, umso mehr gesunde Inhaltsstoffe enthält sie.

Zutaten
1 Zwiebel
3 EL Honig

Zubereitung
Lege alle Zutaten bereit. Schneide die Zwiebel in feine Würfel und fülle die Zwiebelwürfel in ein Glas. Gib jetzt drei Esslöffel Honig zu den Zwiebeln und rühre alles gut durch. Verschließe das Glas und lass die Mischung für zwölf bis 24 Stunden ziehen.

Nach der Ruhezeit hat sich Flüssigkeit im Glas abgesetzt. Gib den Zwiebelhonig in ein Sieb und siebe ihn in ein zweites Glas ab. Er läuft relativ zügig durch das Sieb. Die im Sieb verbleibenden, honigmarinierten Zwiebelstücke kannst du nutzen, indem du sie mit oder ohne Teekräuter mit siedendem Wasser aufgießt und nach acht bis zehn Minuten absiebst. Auch dieser Aufguss wirkt sehr gut gegen Husten und regt den Stoffwechsel an.

Von dem fertigen Zwiebelhonig etwa alle zwei bis drei Stunden einen Teelöffel einnehmen. Im Kühlschrank hält er sich etwa einen Tag.


Eine Frau wärmt sich die Hände an einer Tasse Tee (Foto: dpa)

Heidis Hustentee

Man braucht dazu
Thymian, Spitzwegerich, Ahornsirup, u. U. frisch gepresster Zitronensaft und Wasser; einen kleinen Topf, ein kleines Sieb, einen Löffel, Tassen

Zubereitung
Topf mit so viel Wasser aufstellen, wie Hustentee (tassenmäßig) gewünscht ist; zum Kochen bringen, dann vom Herd nehmen; pro Tasse 1 TL getrockneten Thymian (frische Blattmasse bitte 2 TL nehmen) ins noch siedende Wasser geben – umrühren und fünf Minuten ziehen lassen; dann pro Tasse einen weiteren TL diesmal mit getrocknetem Spitzwegerich (auch hier bei frischem Kraut 2 TL nehmen) in den heißen Aufguss geben – ebenfalls umrühren und noch weitere 30 Sekunden ziehen lassen (dabei unbedingt mitzählen); nach insgesamt 5 ½  Minuten „Ziehzeit“ den Aufguss in die gewünschte Anzahl von Tassen absieben; mit Ahornsirup je nach Geschmack süßen und eventuell mit frisch gepresstem Zitronensaft verfeinern.

Dieser Tee lindert Hustenreiz und ist schleimlösend zugleich!


Thymian (Foto: SR)

Wissenswertes zu Thymian

Thymian ist eine ganz wunderbare Heilpflanze und der reinste Tausendsassa. Er hat antibakterielle, antivirale und antifungizide Eigenschaften und es gibt kaum ein Einsatzgebiet, wo Thymian nicht helfen könnte. Seine größte Stärke liegt jedoch in seiner heilsamen Wirkung auf die Atmungsorgane.  

So besagt ein alter Spruch:

Der nächste Schnupfen kommt bestimmt, doch nicht zu dem, der Thymian nimmt!

Thymian galt seit Jahrhunderten als das Antibiotikum der armen Leute. Er löst festsitzenden Husten, das heißt er wirkt auswurfsfördernd und krampflösend. Die krampflösende Eigenschaft hilft gegen Spasmen beim Husten, was ihn sogar geben Keuschhusten und Asthma wirken lässt. Bei Reizhusten oder einer Bronchitis ist er das Mittel der Wahl! Zum Gurgeln verwendet, lindert er Halsschmerzen, die durch eine Kehlkopf- oder Mandelentzündung entstehen. Wenn man einen belegten Rachen hat, hilft es einfach auf ein paar Thymianblättchen herum zu kauen.

Achtung! Menschen, die an Asthma leiden, müssen vorab mit ihrem Arzt abklären, ob sie entsprechende Mittel einnehmen und anwenden dürfen. Thymian sollte auch nicht in großen Mengen in der Schwangerschaft verwendet werden!


Wissenswertes zu Spitzwegerich

Spitzwegerich wirkt mit seinen Schleimstoffen beruhigend. Diese Schleimstoffe bilden einen schützenden Film über den Schleimhäuten von Mund und Rachen und sie wirken gleichzeitig den krankmachenden Bakterien entgegen. Die im Spitzwegerich auch enthaltenen Gerbstoffe „versiegeln“ krankes Gewebe regelrecht und fördern dessen Abheilung. So ist dieses Kraut auch ein sehr probates Mittel gegen Halsschmerzen.

Spitzwegerich ist wie Thymian ein natürliches Antibiotikum. Sein antibiotischer Wirkstoff heißt Aucubin. Er wird allerding durch Hitze zerstört. Außerdem gehört Spitzwegerich zu den wenigen Pflanzen, die die Produktion von Interferon beim Menschen anregen. Das erhöht die Abwehrkräfte gegen Viren in der Luft. Dieser wahrhaft großartige Spitzwegerich ist auch so ein Kraut, das wir förmlich mit Füßen treten und als „Unkraut“ verunglimpfen, dabei hat er ein riesengroßes Wirkungsspektrum und kann uns in so vielen Fällen heilsam sein. Seine stärkste Heilwirkung hat er bevor er blüht, deshalb sollte man ihn am besten schon im Frühling ernten und verarbeiten.

Artikel mit anderen teilen