Rasenmähroboter (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Gefahr für Igel durch Mähroboter

  30.05.2021 | 08:36 Uhr

Für manche Gartenbesitzer sind Mähroboter ein gutes Hilfsmittel, um den Rasen zu pflegen. Für tierische Gartenbewohner wie Igel können die Helfer jedoch zur tödlichen Gefahr werden. Der NABU Saarland und der Deutsche Tierschutzbund empfehlen deshalb, auf die Geräte zu verzichten oder ein paar Verhaltensregeln zu beachten.

Der saarländische Landesverband des Naturschutzbundes (NABU) rät Gartenbesitzern davon ab, Rasenmähroboter zu verwenden. Wenn die Geräte Tag und Nacht viele Stunden über die Flächen fahren, könnten sie dabei Kleintiere wie junge Frösche, Käfer, Blindschleichen und Eidechsen gefährden oder sogar töten.

Sogar größere Tiere wie Igel können durch die Mähroboter verletzt oder bei der Nahrungssuche behindert werden.

Auch der Deutsche Tierschutzbund verweist zum Start der Gartensaison auf das Risiko für die stacheligen Gartenbewohner. Da sie sich bei Gefahr zusammenkugeln, statt zu fliehen, werden die Tiere von den Mährobotern häufig überrollt und dabei teils schwer verletzt.

Mittagszeit verringert das Risiko

"Die Roboter richten die Igel grausig zu: Die scharfen Klingen zerschneiden Schnauzen oder Füßchen, trennen Stacheln, Hautschichten oder Gliedmaßen sogar komplett ab", sagt Katrin Pichl vom Deutschen Tierschutzbund. Die Folge: Die meisten der verletzten Tiere werden nicht entdeckt und sterben "unbemerkt und qualvoll".

Wer nicht auf einen Rasenmähroboter verzichten möchte, kann das Risiko für die Tiere trotzdem verkleinern. So empfiehlt der Tierschutzbund etwa, den Rasen kurz vor dem Mähen nach Tieren abzusuchen. Außerdem sollten die Geräte am besten unter Aufsicht in der Mittagszeit statt abends oder nachts fahren.

Wiesen fördern Vielfalt im Garten

Igel sind sehr nützliche Gartenbewohner, da sie Schnecken und Käfer fressen, die sonst Pflanzen befallen könnten. Sie profitieren deshalb von einer großen Artenvielfalt. Wer diese fördern will, sollte den Garten möglichst naturbelassen lassen.

Der NABU Saarland rät etwa dazu, Wiesen statt Rasenflächen anzulegen. Denn viele Wiesenpflanzen bilden Samen, die eine wichtige Nahrungsbasis für unterschiedliche Tierarten sind.

Zusätzlich können kleine, ungeordnete Ecken dabei helfen, dass sich die Tiere im Garten wohlfühlen. So suchen sie etwa Schutz in Hecken oder Büschen oder verstecken sich in Laub- und Reisighaufen.

Ratgeber

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