Minderjährige Schüler rauchen auf dem Pausenhof (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Fastnacht: Zigaretten und Alkohol für Minderjährige tabu

Leonie Rottmann   23.02.2019 | 08:30 Uhr

Das Jugendschutzgesetz gilt auch an Fastnacht: Minderjährige dürfen in der Öffentlichkeit weder rauchen noch hochprozentigen Alkohol konsumieren. Wer unter 18-Jährigen den Zugang zu Zigaretten oder Alkohol ermöglicht oder den Konsum duldet, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.

Unzählige Veranstaltungen und Umzüge finden in der bevorstehenden 5. Jahreszeit im Saarland statt. Dabei feiern viele Menschen ausgelassen – ob jung oder alt. Das Jugendamt des Regionalverbands weist zu diesem Anlass auf das Jugendschutzgesetz hin.

Jugendliche unter 16 Jahren dürfen in der Öffentlichkeit gar keinen Alkohol konsumieren. Zwischen 16 und 18 Jahren sind zwar Bier, Wein, weinähnliche Getränke oder Schaumwein erlaubt, Getränke mit einem hohen Alkoholgehalt sind aber absolut tabu. Rauchen darf niemand, der nicht mindestens 18 Jahre alt ist.

Bis zu 1000 Euro Bußgeld

Wenn ein Minderjähriger trotz des Verbots vom Ordnungsamt erwischt wird, können Bußgelder in unterschiedlicher Höhe erlassen werden. "Die Spanne für Verwarn- und Bußgelder ergibt sich aus dem Gesetz und wird unter Abhängigkeit vom Einzelfall festgelegt", sagt Thomas Blug, Pressesprecher der Landeshauptstadt. "Die Höhe der Geldbuße beträgt mindestens fünf Euro und endet bei höchstens 1000 Euro."

Es werde aber keine vermehrten Kontrollen im Verlauf von Fastnachtsumzügen geben. Thomas Blug appelliert hier vor allem an die Eltern: "Dass Kinder nicht rauchen, fällt in die Verantwortlichkeit der Eltern und subsidiär der des Jugendamtes."

Wegsehen schützt nicht vor Strafe

Karsten Schmidt, Jugendpfleger im Regionalverband, bestätigt, dass die Sanktionen nicht primär die Minderjährigen treffen: "Es muss zuerst geklärt werden, wer den Jugendlichen die Zigaretten gegeben hat.“

Aber nicht nur der Verkauf an Minderjährige wird geahndet: Wer unter 18-Jährigen das Rauchen in der Öffentlichkeit gestattet, wird mit 1500 Euro Bußgeld konfrontiert. Um Eltern oder Erziehungsberechtigte aufzuklären, was ihr Kind in der Öffentlichkeit darf und was nicht, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Broschüre „Jugendschutz – verständlich erklärt“ herausgegeben.

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