Kaisermantel auf auf Blütendolde im Stadtwald Ensheim (Foto: Ralf Blechschmidt/Landeshauptstadt Saarbrücken)

Wie funktioniert ein insektenfreundlicher Garten?

Annette Bak / Onlinefassung: Kathrin Paul   21.04.2019 | 08:30 Uhr

In Deutschland macht das Wort vom "Insektensterben" die Runde: Laut Studien sind Zahl und Vielfalt der Tiere in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Wer seinen heimischen Garten entsprechend anlegt, kann Schmetterlingen, Bienen und Co. ein Refugium bieten.

Schmetterlinge, Käfer, Libellen und Heupferde: Im Sommer ist der Garten von Rainer Ulrich aus Wiesbach voller Insekten. Seit mehr als 30 Jahren setzt der Insektenforscher alles daran, seinen Garten insektenfreundlich zu gestalten.

Insektensterben – wie funktioniert ein insektenfreundlicher Garten? (16.04.2019)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 16.04.2019, Länge: 04:44 Min.]
Insektensterben – wie funktioniert ein insektenfreundlicher Garten? (16.04.2019)

Sein Rezept: Verschiedene Lebensräume auf engem Raum - zum Beispiel eine Trockenmauer, in der sich Insekten schützen können, eine Wiese, auf der im Mai die Wildblumen blühen, ein Schattengarten mit Waldmeister und Bärlauch. Für Naturfreunde, die Schmetterlingen helfen wollen, hat Ulrich einen besonderen Tipp: eine Kohlpflanze im Garten oder im Blumentopf oder selbstgesäte Kapuzinerkresse.

Zu viel landwirtschaftliche Monokulturen

Artenreiche Gärten wünschen sich auch die Insektenforscher im Zentrum für Biodokumentation. Denn auch im Saarland sind die Insekten gefährdet. Besonders schlecht geht es Schmetterlingen und Co. im mittleren Saarland. Der Grund sind zu wenig Freiflächen und zu viel landwirtschaftliche Monokulturen. Rund 310.000 Euro hat die Landesregierung im vergangenen Jahr zur Förderung von Blühflächen ausgegeben.

Auch der Saarländische Rundfunk will etwas gegen das Insektensterben tun. Auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern entsteht in den nächsten Wochen eine Blühfläche für Insekten. Anfang April wurden Samen aus heimischen Wildblumen gesät. Vorher musste die Fläche komplett vom Unkraut befreit werden. Auf Knopfdruck sind die Insekten allerdings nicht da, ein wenig Geduld müssen Naturfreunde schon mitbringen. Dann aber kann in jedem Garten ein kleines Insektenparadies entstehen.

Über dieses Thema wurde auch in der SR-Sendung Wir im Saarland - Service vom 16.04.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja