ein Igel im Garten (Foto: Naturschutzbund Landesverband Saarland e. V.)

Schwieriges Jahr für Igel

Herbert Mangold / Onlinefassung: Kasia Hummel   05.11.2018 | 19:30 Uhr

In den kommenden Tagen wird es nochmal richtig warm für einen Novembermonat. Damit geht ein Sonnenjahr zu Ende, das für Rekordtemperaturen gesorgt hat. Die Kehrseite der Medaille: Für viele Tiere war es ein schwieriges Jahr. Das gilt besonders für Igel. Christina Maas vom Tierschutzverein Völklingen erklärt, wie man den Vierbeinern helfen kann.

Schaut man auf den Kalender, müssten sich die Igel langsam auf den Winterschlaf vorbereiten. Doch viele Tiere sind noch auf der Futtersuche, um sich Energiereserven anzufuttern. Die Igelexpertin Christina Maas vom Tierschutzverein Völklingen weiß, die Zeit wird knapp. Viele werden es nicht schaffen, sich genügend Winterspeck anzufressen. Dieses Jahr gebe es sehr viele hilfsbedürftige Igel, weil es extrem trocken gewesen und das Nahrungsangebot entsprechend sehr gering ausgefallen sei, erklärt Maas. „Es war warm und schön. Aber es war auch extrem trocken, sodass sich die gesamte Insektenwelt gar nicht entwickeln konnte.“

Jeder, der einen Igel gefunden hat, sollte zuerst das Gewicht überprüfen. Dabei unterscheidet die Expertin zwischen Alt- und Jungtieren. Um bis zum Winterschlaf ein Gewicht von 600 bis 650 Gramm zu erreichen, sollten die Jungtiere nach Einschätzung von Maas mindestens 500 oder 550 Gramm auf die Waage bringen. Ein älteres Tier sollte auf jeden Fall 700 bis 800 Gramm wiegen.

Igel vertragen keine Milch

Um einen Igel aufzupäppeln, ist kein spezielles und teures Igel-Futter notwendig. „Wenn man einen Igel nur ein paar Tage beherbergt, ist ein gutes Hunde- oder Katzenfutter auf jeden Fall ausreichend“, so Maas. Bleibe der Igel länger, empfiehlt die Expertin eine abwechslungsreiche Kost. Sehr gut sei ein gekochtes Ei, ein ungewürztes Rührei oder auch angebratenes Rinderhackfleisch ohne Gewürze. Nicht auf den Speiseplan gehört hingegen Milch. Der Grund: Die stacheligen Vierbeiner haben eine Laktoseintoleranz.

Im Augenblick bekommt die Auffangstation in Naßweiler viele Anfragen, Tiere aufzunehmen. Da demnächst aber die Kapazitäten knapp werden, ermutigt Maas die Anrufer, die Igel selbst zu füttern und auf den Winter vorzubereiten. Wenn sich jemand bereit erkläre, einen Igel selbst über den Winter zu bringen oder aufzupäppeln, biete der Tierschutzverein über Telefon, WhatsApp, Email oder auch Facebook alle Informationen an und sei bei Fragen für die Leute auch immer erreichbar.

Igelhäuschen für den Winter

Überwintern können die Tiere dann an einem geschützten Ort im Freien. Optimal ist ein Igelhäuschen. „Dann sollte man sie auf keinen Fall mehr stören“, so Maas. In der Regel schliefen sie dann meistens bis April durch. Damit sich die Tiere an die kälteren Temperaturen gewöhnen können, sollten sie vorher im kühleren Keller auf ihren Winterschlaf vorbereitet werden. Eine Abdeckung hilft, dass es trocken bleibt. So kann der nächste Frühling kommen.

Video [aktueller bericht, 05.11.2018, Länge: 3:37 Min.]
Igel hungern wegen Insektenarmut

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 05.11.2018 berichtet.

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