Eine Person führt mit Handschuhen eine Herzdruckmassage an einer Puppe durch (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt)

In der Pandemie sicher Erste Hilfe leisten

Roswitha Böhm   28.01.2021 | 08:04 Uhr

Wer Erste Hilfe leistet, kann oft den Mindestabstand von 1,5 Meter nicht einhalten. Bei Herzdruckmassage, stabiler Seitenlage und Co kommt man hilfsbedürftigen Personen schnell sehr nah. Christian Scherer, der Bildungsreferent des DRK-Landesverbandes Saarland hat Tipps, wie man sich trotzdem schützen kann.

Erste Hilfe ist zwar verpflichtend. Das gilt aber nur, solange man sich dadurch selbst nicht in Gefahr begibt. Christian Scherer vom Deutschen Roten Kreuz Saarland rät, in Zeiten von Corona besonders auf die eigene Sicherheit zu achten. Unbedingt solle man selbst eine Maske und, wenn vorhanden, auch Handschuhe tragen. Die sind zum Beispiel Teil jedes Verbandskastens.

Video [aktueller bericht, 28.01.2021, Länge: 3:19 Min.]
So funktioniert Erste Hilfe während der Pandemie

Wer zur Risikogruppe gehört, kann Passanten bitten, die Erste Hilfe zu übernehmen, anstatt selbst zu helfen. Wer selbst hilft, sollte Abstand halten, fragen, ob die Person Hilfe benötigt, und einen Notruf absetzen.

Atmung überprüfen, aber mit Abstand

Wenn die Person nicht ansprechbar ist, sollte man die Atmung überprüfen. Das funktioniert normalerweise durch Sehen, Hören und Fühlen. Zurzeit rät Scherer dazu, darauf zu verzichten, seinen Kopf über Mund und Nase der Person zu halten, um so den Atemhauch hören und fühlen zu können. Stattdessen solle man den Kopf der auf dem Rücken liegenden Person überstrecken und nur beobachten, ob sich der Brustkorb hebt und senkt.

Christian Scherer vom DRK Saarland demonstriert Erste Hilfe mit Maske (Foto: Roswitha Böhm/SR)
Christian Scherer vom DRK Saarland demonstriert Erste Hilfe mit Maske

Wie schützt man sich bei der Herzdruckmassage?

Wenn die Person nicht atmet, sollte man mit der Herzdruckmassage beginnen. Da aus dem Mund der bewusstlosen Person durch den Druck Aerosole austreten können, empfiehlt Christian Scherer, zum eigenen Schutz ein Tuch über ihren Mund zu legen. „Das führt zu keinem Schaden bei der Person“, erklärt er. „Denn sie atmet in dem Moment sowieso nicht. Aber ich schütze mich dadurch.“

Herzdruckmassage – Wie geht das nochmal?
  • Seitlich neben der Person knien
  • Brustkorb der Person frei machen
  • Einen Handballen auf der Mitte des Brustkorbs platzieren
  • Den anderen Handballen auf die erste Hand legen und die Finger verstränken
  • Das Brustbein mit durchgestreckten Armen nach unten drücken
  • Für den Rhythmus kann man sich am Bee-Gees-Song „Staying Alive“ orientieren

Mund-zu-Mund-Beatmung: Ja oder Nein?

Wenn man die betroffene Person kennt und weiß, dass sie nicht krank ist, sollte man auch eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen. Dann gilt wie gewohnt: abwechselnd 30 Mal drücken und zwei Mal Beatmen. „Wenn ich mir nicht sicher bin oder die Person fremd ist, sollte ich gerade auf die Beatmung verzichten“, erklärt Scherer. Zwar sei das weniger effektiv, überbrücke aber die Zeit, bis der Rettungsdienst vor Ort ist.

Nützliche Ausstattung

Eine Beatmungshilfe mit FFP3-Filter (Foto: Roswitha Böhm/SR)
Eine Beatmungshilfe mit FFP3-Filter

Nützlich kann eine Beatmungshilfe mit schützendem FFP3-Filter sein. Sie lässt sich über das Gesicht der bewusstlosen Person legen und macht Mund-zu-Mund-Beatmung auch während Corona möglich. Die Beatmungshilfen kosten wenige Euro. Christian Scherer empfiehlt, den Verbandskasten damit aufzurüsten.

Wenn der Rettungswagen da ist

Nach der geleisteten Erste Hilfe sollte man dem Rettungsdienst seine Kontaktdaten geben, damit man informiert werden kann, falls die betroffene Person später positiv auf Corona getestet wird. Außerdem gibt Christian Scherer den Tipp, die Rettungssanitäter nach Desinfektionsmittel zu fragen, denn das haben diese im Rettungswagen immer dabei.

Ein Thema in der Sendung "aktueller bericht" im SR Fernsehen am 28.01.2021.

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