Anzeigetafel der Bahn mit Verspätungen (Foto: dpa / Daniel Bockwoldt)

Zugverspätung: Fahrgäste erhalten Geld zurück

mit Informationen von AFP   11.03.2019 | 11:40 Uhr

Sturmtief "Eberhard" hat am Sonntag und Montag für teilweise starke Beeinträchtigungen im Bahnverkehr geführt. In der Region sind zum Beispiel die Strecken zwischen Saarbrücken und Pirmasens, Saarbrücken und Lebach sowie Türkismühle und St. Wendel gesperrt. Wenn Züge verspätet ankommen oder ausfallen, können Bahnreisende in vielen Fällen eine Entschädigung erhalten.

Wie die Entschädigung aussieht, hängt unter anderem von der Dauer der Verspätung ab. Kommt der Zug voraussichtlich 20 Minuten verspätet am Zielbahnhof an, so gilt für die Tickets der Betroffenen keine Zugbindung mehr. Sie dürfen dann den nächstbesten, aber auch spätere Züge nehmen und sind nicht mehr an eine bestimmte Route gebunden. Auch Kosten für einen teureren Zug können sich die Reisenden im Nachhinein wieder erstatten lassen.

Bei einer Verspätung von mehr als einer Stunde, müssen die Reisenden ihre Fahrt nicht mehr antreten. Sie erhalten den Fahrpreis zurück. Wer bereits unterwegs ist, darf seine Reise abbrechen oder zum Ausgangsbahnhof zurückkehren. Die Bahn erstattet dann einen Anteil bzw. den gesamten Fahrpreis. Reisende, die trotz der Verspätung weiterfahren, haben Anrecht auf die Erstattung eines Viertels des Fahrtpreises, ab zwei Stunden Verspätung ist es die Hälfte.

Kosten für Taxi, Hotel und verfallene Reservierung

Auch die Kosten für andere Verkehrsmittel oder ein Hotel werden unter bestimmten Bedingungen von der Bahn übernommen. Wer auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen muss, um noch zum Ziel zu kommen, kann die Kosten dafür bis zu einer Höhe von 80 Euro unter bestimmten Bedingungen von der Bahn zurückfordern. So muss die planmäßige Ankunftszeit zwischen 00.00 und 05.00 Uhr liegen und der Zug mindestens eine Stunde Verspätung haben. Alternativ haben Kunden Ansprüche, wenn die letzte planmäßige Verbindung des Tages ausfällt.

Wer auch mit dem Taxi nicht mehr nach Hause kommt, dem zahlt die Bahn die Übernachtung. Sie erstattet die Kosten aber nur, wenn sie kein anderes Reisemittel oder eine eigene Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellen kann. Deshalb sollten Bahnreisende immer vorab mit dem Servicepersonal sprechen. Anschließend müssen die Betroffenen ihre Kosten per Fahrgastrechteformular und beigelegten Originalfahrschein und Originalquittungen einfordern.

Haben Bahnreisende die 4,50 Euro für eine Reservierung investiert und fehlt dann der Wagen oder der ganze Zug fällt aus, so können sie sich das Geld zurückholen. Dafür müssen sie Fahrgastrechteformular sowie Originale des Fahrscheins und der Reservierung einreichen.

Fahrgastrechteformular muss ausgefüllt werden

Um eine Entschädigung zu bekommen, müssen sich die Betroffenen ein Fahrgastrechteformular besorgen und ausfüllen. Das Formular wird manchmal direkt im Zug ausgeteilt, ansonsten bekommen die Fahrgäste es an der Information, im Reisezentrum oder im Internet zum Selbstausdrucken. Anschließend müssen sie es zusammen mit der Fahrkarte oder einer Kopie bei einem Reisezentrum der Bahn abgeben oder per Post an das Servicecenter Fahrgastrechte in Frankfurt am Main schicken.

Kunden können Entschädigungen noch bis zu einem Jahr nach der Verspätung verlangen. Die Bahn empfiehlt, sich die Verspätung vom Zugpersonal oder am Bahnhof auf dem Formular bestätigen zu lassen.

Artikel mit anderen teilen