Logo-Schriftzug der Sparkasse (Foto: Ch. Niessen/SR)

Die Ruck-Zuck-Überweisung

Mit Informationen von afp   10.07.2018 | 10:18 Uhr

Ab sofort bieten viele Sparkassen im Saarland ihren Kunden Geldüberweisungen in Echtzeit an. Dabei wird das Geld innerhalb von zehn Sekunden auf das Konto des Zahlungsempfängers übertragen.

Die schnelle Überweisung geht maximal bis 15.000 Euro. Bis Herbst sollen alle Sparkassen im Saarland das schnelle Bezahlverfahren eingeführt haben. Das gilt sowohl für das Online-Banking als auch für das Mobile-Banking.

Was bedeutet Echtzeit?

Innerhalb von wenigen Sekunden soll das Geld auf dem Konto des Empfängers eingehen - und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit, versprechen die Sparkassen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Banken an dem System teilnehmen.

Was sind weitere Unterschiede zur Standardüberweisung?

Interview: "Instant Payment wird das klassische Bezahlverfahren ersetzen"
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer, 10.07.2018, Länge: 03:24 Min.]
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Die Standard-Überweisung braucht in der Regel einen Werktag und ist an die Geschäftszeiten der Banken gebunden. Dafür gibt es keine Betragsgrenze. Echtzeit-Überweisungen sind hingegen anfangs auf 15.000 Euro pro Transaktion begrenzt. Außerdem erfährt der Kontoinhaber binnen Sekunden, ob die Überweisung erfolgreich war. Bei einer Standard-Überweisung kann es Tage dauern, bis das Geld nach einer fehlerhaften Buchung zurück ist.

Was kostet der Dienst?

Laut Sparkassenverband können die einzelnen Sparkassen selbst entscheiden, ob – und wenn ja, welche Gebühren sie erheben. Je nach Sparkasse unterscheiden sich die Preise. So verlangt etwa die Sparkasse Köln/Bonn für Privatkunden je nach Girokonto entweder nichts oder 60 Cent. Die Berliner Sparkasse verlangt zwischen 25 und 55 Cent je Transaktion. Echtzeit-Überweisungen mit der Geldsendefunktion "Kwitt" der Sparkassen-App sind kostenlos.

Wie funktioniert der Dienst?

Sparkassenkunden können den Dienst im Online-Banking sowie bei Überweisungen in der Sparkassen-App auf dem Smartphone auswählen. Ist die Überweisung erfolgreich, taucht sie automatisch als Belastungsbuchung auf. Ist die Echtzeit-Überweisung nicht möglich, erhalten Kunden mit der TAN-Aufforderung einen Hinweis und können ohne Neueingabe der Daten eine Standard-Überweisung beantragen. Gibt es einen Fehler nach der TAN-Eingabe, so erhalten die Kunden unmittelbar zur Belastung wieder eine Gutschrift.

Wer nimmt noch an dem System teil?

Vorreiter war in Deutschland die HypoVereinsbank. Gedulden müssen sich hingegen Kunden der Deutschen Bank, diese führt den Dienst erst im November ein. Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen den Dienst im ersten Halbjahr 2019 einführen, die Commerzbank kann noch keinen Termin nennen. Abgesehen von den deutschen Banken nehmen laut Liste der Sparkassen auch schon viele österreichische, italienische und spanische Banken an dem System teil.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 10.07.2018 berichtet.

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