Belgiens Flagge auif einem Marktplatz (Foto: dpa)

Belgien: Das wohl komplizierteste Bußgeldsystem

  02.07.2017 | 10:01 Uhr

Wer in Belgien einen Tempoverstoß plant, sollte den Taschenrechner bereithalten. Das Bußgeldsystem erinnert an alte Mobilfunktarife.

Temposünder in Belgien müssen mitdenken können, denn das Bußgeldsystem ist relativ ausgefeilt. Überschreitungen um bis zu zehn Stundenkilometer kosten 50 Euro Strafe. Überschreitungen zwischen elf und 30 Stundenkilometer kosten quasi ein „Grundbußgeld“ von 50 Euro. Hinzu kommen zehn Euro pro einem Stundenkilometer zu viel (in Schulnähe und Wohngebieten) beziehungsweise fünf Euro (überall sonst). Wer also mit 46 Stundenkilometer in einer 30-Zone in der Nähe einer Schule erwischt wird, zahlt 50 Euro plus 16x10 Euro = 210 Euro.

Bei Überschreitungen des Tempolimits um mehr als 30 Stundenkilometer gibt es keine in Stein gemeißelte Tabelle: Je nach Fall kann es Bußgelder zwischen 55 und 2.750 Euro, Fahrverbote zwischen acht Tagen und fünf Jahren oder sogar ein Gerichtsverfahren geben.

Handy und Alkohol

Das Handy am Steuer wird in Belgien mit mindestens 110 Euro Bußgeld bestraft.

Die Promillegrenze von 0,5 gilt auch in Belgien. Wer mit 0,5 bis 0,8 Promille unterwegs ist, dem droht ein Bußgeld von mindestens 170 Euro. Bis 1,5 Promille ist man noch mit einer Geldstrafe bis 550 Euro dabei. Wer mit mehr als 1,5 Promille erwischt wird, muss mit einem Gerichtsverfahren rechnen.

Ratgeber
Bußgelder im europäischen Ausland
17 Millionen Deutsche sind letztes Jahr mit dem eigenen Auto in den Urlaub gefahren. So praktisch die Unabhängigkeit auch ist, an die Verkehrsregeln sollte man sich im Ausland halten: denn die Bußgelder sind in manchen EU-Ländern deutlich höher als in Deutschland.

Artikel mit anderen teilen