Kopfhörer (Foto: SR)

Over-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth im Test

Sarah Sassou   10.09.2022 | 09:57 Uhr

Ein toller Sound und das alles ohne Kabel: Bluetooth-Kopfhörer sind für viele inzwischen unverzichtbar - egal ob bei Telefon- und Videokonferenzen im Homeoffice oder beim Musikhören über das Handy. Stiftung Warentest hat ohrumschließende Bügelkopfhörer unter die Lupe genommen.

Telefon- und Videokonferenzen gehören seit den Lockdowns in der Pandamie für viele Menschen zum Arbeitsalltag. Um möglichst ohne störende Nebengeräusche an Gesprächen teilnehmen zu können, haben sich Kopfhörer bewährt.

Test von Stiftung Wartentest

Wer sich dabei auch noch frei bewegen möchte, greift zu Bluetooth-Kopfhörer. Stiftung Warentest hat jetzt solche Kopfhörer unter die Lupe genommen - dieses Mal sogenannte ohrumschließende Bügelkopfhörer. Getestet wurden 13 ohrumschließende Bügelkopfhörer zu Preisen von etwa 50 bis rund 500 Euro.

Mit dabei: Die „AirPods Max“ von „Apple“ sind mit 495 Euro die teuersten und mit 383 Gramm auch die schwersten. Der starre Bügel hält sie zusammen, die Ohrmuscheln lassen sich flach legen. Bedient werden die „AirPods Max“ über ein kleines Rädchen zum Drehen und Drücken. Außerdem die „Bose“ für 277 Euro und Kopfhörer von „Huawei“ für 157 Euro. In der unteren Preiskategorie auch ein Produkt von „JBL“ für 94 Euro. Mit 58 Euro sind die „Philips“ die günstigsten und mit 217 Gramm auch die leichtesten. Sie lassen sich kompakt zusammenfalten, bedient werden sie über kleine Tasten.

Test 1: Geräuschreduzierung

Die ohrumschließenden Kopfhörer sollen dafür sorgen, dass Umgebungsgeräusche gedämpft werden. Dafür haben einige auch eine Geräuschunterdrückung eingebaut. Im Labor wird geprüft, wie gut die funktioniert. Dafür wird Lärm aus Lautsprechern eingespielt, die Tester beurteilen, welche Geräusche durchkommen. Dabei hat Stiftung Warentest festgestellt, dass die Unterschiede im Detail stecken. „Manche Anbieter schaffen es besser, z.B. Verkehrslärm auszublenden, andere können eher Stimmen besser reduzieren“, sagt Sandra Schwarz von Stiftung Warentest. „Aber im Großen und Ganzen funktionieren diese Geräuschreduzierungen richtig gut, und sind sehr wirksam.“

Test 2: Homeoffice

Nächste Prüfung: Wie gut schlagen sich die Kopfhörer beim Home-Office? Für diesen Test wird ein Telefongespräch simuliert. Die Kopfhörer werden auf einen Kunstkopf angelegt, eine Stimme kommt aus winzigen Lautsprechern im Mund des Kunstkopfes. Das Gespräch wird im Handy aufgezeichnet, um zu testen, wie gut die Sprache am anderen Ende der Leitung ankommt. „Etliche Kopfhörer sind fürs Home-Office richtig gut geeignet, aber wir haben auch Kandidaten wie die Huawei, die z.B. mit Umgebungsgeräuschen überhaupt nicht gut klarkommen, und dann nichts mehr übertragen“, fasst Sandra Schwarz die Ergebnisse zusammen. „JBL“, „Apple“ und „Bose“ machen es demnach besser.

Test 3: Klang

Nun geht es andersherum. Wie gut klingt das, was durch die Kopfhörer beim Träger ankommt? Dafür bewerten Testpersonen die Klangqualität und die Bedienbarkeit der Kopfhörer. Die haben dieses Mal nur wenig zu meckern. Einer der Kopfhörer erreicht beim Klang sogar die Bestnote „sehr gut“. „Es gibt ein breites Mittelfeld an Kopfhörern, die gut klingen oder auch so mittelmäßig, aber es gibt nur ganz wenige, die Spitze sind“, sagt Sandra Schwarz. Dazu gehören die Apple AirPods Max –vor allem weil sie was den Ton angeht, ganz vorne liegen.“

Test 4: Akkulaufzeit und Haltbarkeit

Beim Vergleich der Akkulaufzeiten sind die „Airpods Max“ dagegen Schlusslicht. Nach 22,5 Stunden ist der Strom verbraucht. Die „Huawei“ laufen fast doppelt so lange. Bei der Haltbarkeit der Kopfhörer gibt es wenig zu meckern. Fünf Minuten im simulierten Regenschauer überstehen alle, und auch die zehn Stürze aus 1,80 Meter Höhe hinterlassen nur wenige Spuren.

Fazit

Am Ende der Tests landen die preiswerten Kopfhörer von „Philips“ auf dem letzten Platz. Sie haben keine aktive Geräuschreduzierung integriert, der Klang ist mittelprächtig. Das reicht immerhin noch für ein knappes „gut“ als Testurteil.

Nicht gut fürs Home-Office geeignet sind die „Huawei“-Kopfhörer, haben die Tester herausgefunden. Dafür haben sie aber eine ziemlich lange Akkulaufzeit. Testurteil: ebenfalls ein knappes „gut“.

Deutlich besser sind laut Stiftung Warentest die preiswerten „JBL“. Er ist der Preis-Leistungssieger, Testurteil „gut“.

Noch ein bisschen besser haben am Ende die Kopfhörer von Bose abgeschnitten, als Testsieger geht das teuerste Produkt von „Apple“ über die Ziellinie, u.a. weil der Sound die Tester überzeugt hat. Für beide Kopfhörer gibt es ein „gut“.

Der Test zeigt also: Wer ohrumschließende Kopfhörer für die Arbeit im Home-Office nutzen möchte oder fürs ungestörte Musikhören, der muss für ein gutes Produkt nicht unbedingt mehrere hundert Euro hinlegen.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja