Fällen eines Baumes. (Foto: imago images / Klaus W. Schmidt)

Bäume im eigenen Garten fällen, wie macht man es richtig?

Cathy Huyer   27.07.2019 | 17:08 Uhr

Das kleine Weihnachtsbäumchen, das man nach den Feiertagen in den Garten gepflanzt hat, ist zehn Jahre später eine prächtige Tanne. Die Pappel wurde zu nah an der Hauswand gepflanzt – manchmal gibt es gute Gründe, warum man einen Baum im Garten entfernen muss. Aber kann man einfach selbst Hand anlegen oder muss der Fachmann ran?

Wer einen Baum auf dem eigenen Grundstück fällen will, muss einige Faktoren beachten. Zunächst einmal sollte man prüfen, wie vor Ort die Rechtslage ist. Denn in vielen Gemeinden gibt es eine Baumschutzverordnung. In dieser wird genau festgelegt, bei welchen Bäumen eine Fällung von der Behörde genehmigt werden muss.

Nicht jeder Baum darf einfach gefällt werden

Zum Beispiel untersagt die Stadt Saarbrücken in ihrer Baumschutzverordnung die Fällung von Bäumen mit einem Stammumfang von mehr als 80 cm. In der Verordnung der Stadt Saarlouis beträgt der Stammumfang für geschützte Bäume sogar nur 60 cm.

Möchte man einen Baum mit einem solchen Stammumfang fällen, bedarf es einer behördlichen Genehmigung. Meistens stellt das Ordnungsamt diese aus, zum Beispiel wenn der betreffende Baum krank ist. Der Baumkontrolleur Andreas Pecho aus Krickenbach rät Gartenbesitzern im Gespräch mit dem SR, diese Genehmigung in jedem Fall vor der Fällung eines Baums einzuholen. Ansonsten können hohe Bußgelder in Höhe von bis zu mehreren tausend Euro drohen.

Bedarf die Fällung des entsprechenden Baums keiner Genehmigung oder man hat diese erhalten, kann es eigentlich losgehen. Aber dann stellt sich die nächste Frage: selbst fällen oder den Fachmann hinzuziehen?

"Wenn man gar keine Ahnung hat, sollte man immer einen Fachmann holen", sagt Andreas Pecho. "Ich rate wirklich nur handwerklich begabten und erfahrenen Gartenbesitzern, einen Baum selbst zu fällen, und auch dann sollte man einige Punkte beachten".

Arbeiten mit der Kettensäge

Wer einen Baum mit einer Motorsäge fällen will, braucht den Nachweis einer Teilnahme an einem Motorsägen-Kurs. Solche Kurse werden laut Pecho zum Beispiel von einigen Forstämtern, Volkshochschulen und Privatunternehmen angeboten. Außerdem ist die entsprechende Schutzkleidung beim Arbeiten mit der Motorsäge Pflicht. Dazu benötigt man einen Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, eine Schnitthose, Schutzhandschuhe und Sicherheitsschuhe.

"Bevor man dann loslegt, sollte man erst einmal den Standort des Baums einschätzen", rät Pecho. '' Eventuell steht der Baum zu nah an einem Gebäude, oder er hat zu starke Wurzeln, die die Fallrichtung beeinträchtigen. Außerdem muss ich prüfen, ob seine Äste beim Fallen benachbarte Bäume mitreißen können. Ich bin der Meinung, dass man bei Bäumen, die über sechs Meter hoch sind oder bei denen die Gefahr besteht, dass sie beim Fallen Sachschäden verursachen, immer den Fachmann hinzuziehen sollte. Dann ist man auf jeden fall auf der sicheren Seite."

Besser einen Fachbetrieb beauftragen

Aber auch hier sollte man sorgfältig prüfen, wen man mit der Fällung des Baums beauftragt. Viele Hausmeisterdienste und Landschaftsgärtner bieten auch Baumfällungen an. Allerdings empfiehlt Andreas Pecho speziell bei sehr großen Bäumen oder solchen, die sehr nah an Gebäuden stehen, immer einen zertifizierten Baumpfleger zu beauftragen, da dieser das fachliche Know-How hat, den Baum richtig einzuschätzen und auch Risiko-Arbeiten durchführen kann. Entsprechende Unternehmen findet man zum Beispiel in einem Baumpflege-Portal im Internet.

Und noch ein Argument spricht für Andreas Pecho für den Fachmann: Oft könnte ein Baum auch erhalten bleiben. Manchmal würde es auch reichen, einen zu großen Baum entsprechend fachgerecht zurückzuschneiden, um ihn am Standort zu belassen.

Über dieses Thema berichtete auch die SR Sendung "Wir im Saarland - Service" am 23.7.2019

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