Hand am Türgriff (Foto: Imago/McPhoto)

Lebensgefahr durch verschlossene Türen

  17.10.2018 | 07:08 Uhr

Immer noch schreiben viele Hausordnungen in Mehrfamilienhäusern vor, nachts die Eingangstür zu verschließen. Das schützt vor Einbrechern, kann aber bei einem Brand lebensgefährlich sein. Dabei gibt es andere Lösungen.

Die Hausordnung verlangt in vielen Mehrfamilienhäusern die Eingangstür zwischen 22.00 und 06.00 Uhr zu verschließen. Darauf hat der Verband der Immobilienverwalter Rheinland Pfalz/ Saarland e.V. (VDIV-RPS) hingewiesen. Das schützt zwar vor Einbrechern und bietet gerade in der dunklen Jahreszeit ein erhöhtes Sicherheitsgefühl. Doch die vermeintliche Sicherheit könne bei einem Brand zur tödlichen Falle werden. Kaum jemand denke in der Notsituation an den Schlüssel, das Türschloss sei bei Qualm nur schwer zu finden. Der Fluchtweg ist dann blockiert.

Lebenssicherung vor Einbrecherschutz

Auch aus Sicht der Polizei ist das nächtliche Absperren keine Lösung. Zwar sei die Eingangstür in Mehrfamilienhäusern tatsächlich Hauptzugangsweg für Einbrecher – aber Fluchtwege dürfen nicht blockiert werden.

Stattdessen raten Polizei und der VDIV-RPS zu Panikschlössern oder so genannten Mediator-Schlössern. Diese lassen sich von innen ohne Schlüssel öffnen, von außen bleibt die Eingangstür aber verschlossen. So können die Bewohner im Notfall ohne Schwierigkeiten nach draußen gelangen, aber niemand unerlaubt hinein.

Diesen Aufwand braucht man bei einem Einfamilienhaus nicht zu betreiben. Denn nur selten kommen die Einbrecher durch die Wohnungstür. Stattdessen steigen sie in den meisten Fällen über Kellerfenster, Balkone oder Terrassentüren ein.