Zahnärztin bei der Behandlung eines Patienten (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Zahnärzte leiden unter der Corona-Krise

mit Informationen von Felix Schneider   19.04.2020 | 17:48 Uhr

Zahnärzte sind in Zeiten von Corona besonders betroffen. Abstände können nur schwer eingehalten werden, viele Patienten bleiben fern. Erst vor wenigen Tagen wurde staatliche Unterstützung zugesagt.

Corona setzt auch den Zahnärzten im Saarland zu: Viele Patienten wollen sich vor einer möglichen Infektion schützen und verzichten deshalb lieber auf den Routine-Besuch. Den Zahnärzten fehlt deshalb ein Großteil der Einnahmen – bei weiterhin laufenden Betriebskosten. 

Der Alltag von Zahnärzten in Zeiten von Corona
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 19.04.2020, Länge: 03:37 Min.]
Der Alltag von Zahnärzten in Zeiten von Corona

Praxen bedienen meist nur Notfälle

Viele Praxen im Saarland stellen deshalb auf Sparflamme um. Dr. Vincent Pissoat ist niedergelassener Zahnarzt in Überherrn: "Wir holen jetzt nur noch Notfälle. Normale Patienten bleiben zuhause und müssen auf unseren Anruf warten."

Große Sorge macht die Schutzkleidung – sie ist absolute Mangelware, die Beschaffung bleibt schwierig. Ein regulärer Praxis-Betrieb sei bei den derzeitigen Vorräten nur kurze Zeit möglich. Das Problem ist bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung bekannt. "Es hat sich nämlich gezeigt, dass gerade die Zahnärzte in der Verteilung von Schutzausrüstung am Anfang völlig übergangen wurden.", sagt Dr. Ulrich Hell, Präsident der Kassenzahnärztlichen Vereinigung. "Man wollte die Schutzkleidung zuerst zentral besorgen. Das hat aber nicht wie gewünscht funktioniert."

Schutzkleidung macht den Unterschied

Wenn die Ausstattung mit Schutzkleidung stimmt, sei ein Besuch beim Zahnarzt für die Patienten relativ ungefährlich. Durch den Mundschutz würden über 90 Prozent der Viren zurückgehalten. Die Zahnärzte selbst sind einer deutlich höheren Gefahr ausgesetzt, weil Mindestabstände bei einer normalen Behandlung nicht eingehalten werden können.

Damit die Versorgung weiterhin gewährleistet ist, sollen Patienten auf gewisse Vorgaben achten. "Wir bitten dringend darum, den Erstkontakt telefonisch zu machen und die Auskünfte zu erteilen, die an der Rezeption abgefragt werden. Das ist für die Risikoselektion von elementarer Bedeutung", sagt Dr. Ulrich Hell.

Derzeit könnten alle zahnmedizinischen Eingriffe im Saarland durchgeführt werden. Corona-Verdachtsfälle und positiv getestete Patienten mit zahnmedizinischen Notfällen können sich ab jetzt in Notfallzentren in St. Wendel und in Saarbrücken behandeln lassen.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktuell um 18 Uhr" im SR Fernsehen am 19.04.2020 berichtet.

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