Ein Wahllokal in Frankreich bei der Präsidenten-Stichwahl am 24. April (Foto: picture alliance/dpa/BELGA | Hatim Kaghat)

Stichwahl in Frankreich gestartet

Lisa Huth / Onlinefassung: Anne Staut   19.06.2022 | 12:55 Uhr

Heute wird in Frankreich wieder gewählt. Das Ergebnis der Stichwahl entscheidet über die genaue Zusammensetzung des Parlaments. Üblicherweise bekommt ein Präsident dann eine Mehrheit für seine Vorhaben. Das könnte dieses Mal knapp werden, zum Beispiel in Lothringen.

Nach der ersten Runde der Parlamentswahl liegen die Kandidaten der Präsidentenpartei Ensemble etwa gleichauf mit denen des Linksaußenbündnisses von Jean-Luc Mélenchon. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis kam Emmanuel Macrons Partei landesweit auf 25,75 Prozent der Stimmen, das Linksbündnis "Nupes" auf 25,66 Prozent.

Die Ausgangslage für den 2. Wahlgang der Parlamentswahl in Grand Est
Audio [SR 3, Dorothee Scharner / Lisa Huth, 18.06.2022, Länge: 04:07 Min.]
Die Ausgangslage für den 2. Wahlgang der Parlamentswahl in Grand Est

16 Kandidaten der Rechtsaußenpartei in Lothringen

In Lothringen ist das anders. Dort schickt die Rechtsaußenpartei Rassemblement National 16 Kandidaten in die Stichwahl, die Partei von Präsident Macron nur neun und "Nupes" nur acht.

Der Versuch, eine demokratische Front gegen die Kandidaten von Rechtsaußen zu bilden und das Mehrheitswahlrecht könnten dafür sorgen, dass die Partei am Ende doch außen vor bleibt.

Frankreichwahl: Prominente Unterstützung in der Grenzregion
Audio [SR 3, Lisa Huth, 17.06.2022, Länge: 03:11 Min.]
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Unterstützung für Le Pen entlang der Grenze

Entlang der Grenze zum Saarland und in Metz sieht es aber wieder anders aus: Da ist Marine Le Pen diesen Donnerstag extra nochmal nach St. Avold angereist, um die Kandidaten zu unterstützen, die weiter gekommen sind. Und zumindest in einem Wahlkreis in Metz hat der Rassemblement National gute Chancen.

Im Elsass dagegen liegt überwiegend die Präsidentenpartei vorn, und in Straßburg könnte das Linksaußenbündnis Nupes zum ersten Mal einen Sitz erringen.

Höhere Wahlbeteiligung verzeichnet

Bei der heutigen Stichwahl für die Nationalversammlung in Frankreich sind am Morgen deutlich mehr Menschen zu den Urnen gegangen als vor fünf Jahren.

Die Präfekturen meldeten für die Region "Grand Est" aus Elsass, Lothringen, Champagne-Ardennes eine Wahlbeteiligung von 21 Prozent bis zum Mittag. Vor fünf Jahren waren es weniger als 17 Prozent. Im saarländischen Nachbardepartement Moselle hatten bis 12.00 Uhr rund 18 Prozent gewählt. Das sind mehr als vier Prozentpunkte mehr als bei der vorangegangen Parlamentswahl.

Auch frankreichweit wurde mit knapp 19 Prozent eine etwas höhere Beteiligung verzeichnet. 2017 lag sie bei rund 18. Die Wahllokale schließen in den kleineren Gemeinden und Städten um 18.00 Uhr, in großen Städten wie Paris, Metz oder Straßburg schließen sie um 20.00 Uhr. 

Über dieses Thema berichteten auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.06.2022.

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