Züge der SNCF stehen still (Foto: picture alliance / Yoan Valat/EPA/dpa)

Generalstreik in Frankreich trifft Reisende

mit Informationen von Lisa Huth und Sabine Wachs   05.12.2019 | 16:41 Uhr

Der Generalstreik in Frankreich hat auch Auswirkungen auf den Zugverkehr in der Region. Weil bei der SNCF gestreikt wird, müssen Reisende mit erheblichen Behinderungen rechnen. Das öffentliche Leben in Frankreich ist weitgehend lahmgelegt.

Vom „schwarzen Donnerstag“ ist in Frankreich die Rede, davon, dass das Land stillsteht. Am landesweiten Generalstreik beteiligen sich viele Berufsgruppen: Eisenbahner, Lehrer, Krankenhauspersonal, Ärzte, Lkw-Fahrer, Polizisten, Feuerwehrleute, Studenten und viele andere sind von ihren Gewerkschaften aufgerufen worden, mitzumachen.

ICE und TGV durch Intercity ersetzt

In Frankreich stehen die Räder still
Audio [SR 3, Lisa Huth, 05.12.2019, Länge: 03:01 Min.]
In Frankreich stehen die Räder still

Die Hochgeschwindigkeitszüge TGV sind fast komplett gestrichen. Davon ist laut Deutscher Bahn auch die TGV/ICE-Verbindung nach Paris über Saarbrücken betroffen. Reisende können ihre Tickets ohne Aufschlag umtauschen, auch wenn es sich um Sparpreise handelt. Die SNCF stellt, wo es möglich ist, Ersatzbusse. Reisende werden gebeten, sich im Internet oder an den Bahnhöfen zu erkundigen.

Generalstreik führt zu Behinderungen
Audio [SR 3, (c) SR, 05.12.2019, Länge: 05:19 Min.]
Generalstreik führt zu Behinderungen

Auch auf die ICE-Verbindung zwischen Saarbrücken und Frankfurt hat der Streik Auswirkungen. Der ICE von Frankfurt nach Saarbrücken um 5.58 Uhr (Abfahrt) und der TGV um 12.58 Uhr wurden jeweils nach Angaben der Deutschen Bahn durch einen kleineren Intercity ersetzt. In umgekehrter Richtung wurde der TGV von Saarbrücken nach Frankfurt um 10.58 Uhr durch einen ICE ersetzt. Für den ICE, der regulär um 18.59 Uhr abfährt, verkehrt ein kleinerer Intercity.

In Lothringen fallen bis mindestens Freitag nahezu alle TER-Regionalzüge aus. Nur einige fahren auf der Achse Nancy-Metz-Luxemburg.

Auch die Saarbahn ist betroffen

Laut Saarbahn hat der Streik der französischen Staatsbahn SNCF auch Auswirkungen auf den Saarbahn-Verkehr von und nach Sarreguemines. So könnten von Freitagabend um 21.00 Uhr bis Samstagmorgen um 5.00 Uhr sowie zwischen Samstagabend 21.00 Uhr und Sonntagmorgen 5.00 Uhr die Saarbahn-Züge nicht in den Bahnhof von Sarreguemines einfahren. Dann fährt die Saarbahn nur von beziehungsweise bis Hanweiler.

"Schneckentempo"-Aktion auf der Autobahn

Für die Pendler, die auf Autos ausweichen, soll der übliche Stau noch durch eine geplante Aktion "Schneckentempo" auf der A31 zwischen Metz und Thionville vergrößert werden. Auch der Busverkehr ist vielerorts auf ein Minimum reduziert.

Protest gegen geplante Rentenreform

Der Streik betrifft aber nicht nur den ÖPNV, unter anderem fällt an den Schulen der Unterricht aus. Allein im lothringischen Departement Moselle sind 231 Schulen und Kitas geschlossen. Die Präfektur in Metz hat darüber informiert, dass es eine Minimalbetreuung geben wird. Auch die Müllabfuhr wird bestreikt, Zeitungen werden nicht ausgeliefert und sogar manche Polizeiwachen machen mit.

Der Ausstand richtet sich gegen die geplante Rentenreform von Frankreichs Präsident Macron. Der Streik ist als „unbegrenzt“ angekündigt worden. Frankreichreisende müssen also auch in den folgenden Tagen mit Behinderungen rechnen.


Hintergrund:

Generalstreik in Frankreich
Kräftemessen zwischen Gewerkschaften und Regierung
Wie schon am 5. Dezember 1995 haben die Gewerkschaften in Frankreich aus Protest gegen Rentenreformpläne der Regierung auch 2019 zum Generalstreik aufgerufen. Vor 24 Jahren hatte die Regierung nach drei Wochen eingelenkt - Emmanuel Macron aber will diesmal unbedingt hart bleiben.

Über dieses Thema berichteten auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.12.2019.

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