Demonstrierende "Gilets Jaunes" bei Sankt Avold (Foto: Lisa Huth)

Geschäfte leiden unter Gelbwesten-Protesten

Bettina Rau   10.12.2018 | 21:34 Uhr

Seit Wochen protestieren in Frankreich die Gelbwesten gegen die Politik der Regierung. Dabei ist der Schaden für die Wirtschaft teilweise immens. Auch Geschäfte in der Grenzregion sind betroffen.

Bei Cora in Forbach beträgt der Verlust der Umsätze laut Filialleiter Philippe Bizet seit dem Beginn der Proteste am 17. November 30 Prozent. "Samstags waren es 60 Prozent weniger, am ersten Samstag sogar 98 Prozent und dieses Wochenende hatten wir die Hälfte weniger Kunden. Alle Zugänge waren blockiert, die Leute kamen nicht ins Geschäft", sagt Bizet. Die nächsten zwei Sonntage wird der Supermarkt geöffnet, man komme sonst nicht über die Runden, so der Geschäftsführer.

Bis zu 100 Prozent Verlust

Zwar seinen andere Regionen stärker betroffen, aber auch im Département Moselle gebe es gravierende Verluste zu beklagen, sagt der zuständige Präsident des Unternehmerverbandes, Jean Pouilallion. "Am ersten Wochenende blieben viele Geschäfte geschlossen, für sie bedeutet das 100 Prozent Verlust, zum Beispiel das Einkaufszentrum Waves im Süden von Metz. Am zweiten Wochenende waren es 50 Prozent Verluste, genauso war es am dritten Wochenende." Für das vergangene Wochenende gebe es noch keine Zahlen.

Video [aktueller bericht, 10.12.2018, Länge: 3:20 Min.]
Gelbwesten: Wirtschaftlicher Schaden nach Protesten

In den Augen vieler Franzosen haben die Protestierer berechtigte Anliegen. Sie kämpfen für mehr Kaufkraft - gleichzeitig sorgen sie aber dafür, dass die Wirtschaft leidet. So gesehen hätten die Gelbwesten im Weihnachtsgeschäft vor allem den Onlinehändlern geholfen, sagt Jean Pouilallion: Großkonzerne wie Amazon lassen grüßen.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 10.12.2018 berichtet.

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