Ein Kind spaziert in einem trocken gelegten Brunnen, der in einem Park in Locquenole in der Bretagne steht. (Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP | Lionel Le Saux)

Krisenstab wegen Dürre in Frankreich

Axel Wagner / Mit Informationen von Sabine Wachs   05.08.2022 | 19:30 Uhr

Frankreich setzt wegen der akuten Wasserknappheit einen Krisenstab ein. In mehr als 60 Départements gilt bereits die höchste Warnstufe. Auch die Region Grand Est ist davon teilweise betroffen. Luxemburg hat seine Sparmaßnahmen wieder zurückgefahren, aber auch dort bleibt die Lage angespannt.

In Teilen des Départements Haut-Rhin, südlich von Straßburg gilt sie, in mehr als 60 weiteren der 96 französischen Départements ebenso: die Warnstufe „Krise“. Der Wasserverbrauch ist dort extrem eingeschränkt, auch Landwirte sind betroffen. Sie dürfen ihre Felder nicht mehr bewässern.

Notfallpläne für Grundversorgung

Premierministerin Élisabeth Borne kündigte angesichts der Wasserknappheit einen Krisenstab an. Dieser soll die Situation landesweit genau erfassen und gemeinsam mit Gemeinden, Départements und Regionen Maßnahmen zum Wassersparen erarbeiten.

Außerdem soll er – falls nötig – Notfallpläne in Kraft setzen, um eine Grundversorgung mit Trinkwasser und eine Wasserversorgung der kritischen Infrastruktur, darunter etwa Krankenhäuser, sicherzustellen.

Borne sagte, die außergewöhnliche Trockenheit entziehe den Gemeinden das Wasser. Das sei ein Drama für die Landwirtschaft, die Ökosysteme und die Artenvielfalt. Das Département Moselle hatte erst am Mittwoch die zweithöchste Warnstufe ausgerufen und die ohnehin schon bestehenden Regeln für den Wasserverbrauch nochmals verschärft.

Kritische Situation auch in Luxemburg

Die Regierung in Luxemburg hatte schon Mitte Juli eine „Wasserwarnung“ ausgegeben und von einer „prekären Situation bei der Trinkwasserversorgung“ berichtet. Der Verbrauch wurde eingeschränkt.

Am Donnerstag wurden die Regelungen in Luxemburg wieder etwas zurückgefahren. Allerdings appelliert die Luxemburger Regierung weiter dazu, Wasser zu sparen. Die Entnahme von Oberflächenwasser bleibt verboten, auch wenn eine Genehmigung vorliegt. Besonders beunruhigend sei die Dürresituation der Flüsse.

Keine Wasserknappheit im Saarland?

Im Saarland hatte das Umweltministerium mitgeteilt, trotz der weitgehend ausgebliebenen Niederschläge und der anhaltend hohen Temperaturen gebe es hier keine Wasserknappheit. Der BUND, der Nabu und die Grünen hatten diese Aussage scharf kritisiert und die Datenlage zur Bildung von Grundwasser angezweifelt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 05.08.2022 berichtet.

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