Emmanuel Macron am Tag der Wahl der Nationalversammlung (Foto: dpa)

Macron gewinnt erste Runde der Parlamentswahl

  12.06.2017 | 06:45 Uhr

Das Lager des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat die erste Runde der Parlamentswahl nach Auszählung aller Stimmen klar gewonnen. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,7 Prozent.

Nach Angaben des Innenministeriums kamen Macrons Partei "La République en Marche" und die verbündete MoDem-Partei am Sonntag auf 32,3 Prozent der Stimmen. Damit kann das Bündnis mit der absoluten Mehrheit in der Nationalversammlung rechnen.

Die bürgerliche Rechte um die konservativen Republikaner erreichten zusammen knapp 21,6 Prozent. Die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande stürzten ab: Zusammen mit anderen Kandidaten der moderaten Linken kamen sie nur auf 9,5 Prozent der gültigen Stimmen. Die Bewerber der Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen erzielten 13,2 Prozent. Die Linkspartei La France Insoumise erhielt landesweit elf Prozent der Stimmen.

Macrons Partei auf dem Vormarsch
Audio [SR 1, Christian Balser, Barbara Kostolnik, 12.06.2017, Länge: 02:31 Min.]
Macrons Partei auf dem Vormarsch

Die Wahlbeteiligung lag bei 48,7 Prozent - nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten hat damit ihre Stimme abgegeben. Es war der niedrigste Wert seit Gründung der Fünften Republik 1958. Nur sehr wenige der 577 Wahlkreise bestimmten bereits im ersten Wahlgang ihren Abgeordneten - dazu ist eine absolute Mehrheit nötig. In allen anderen Wahlkreisen gibt es am kommenden Sonntag eine Stichwahl zwischen den aussichtsreichsten Bewerbern. Meinungsforschungsinstitute gingen aufgrund der Kräfteverhältnisse davon aus, dass Macrons Lager dabei mehr als 400 der 577 Sitze erobern könnte.

Saar-Franzosen "en marche"

Die Franzosen, die im Saarland leben, waren schon am vergangenen Sonntag zur Wahl aufgerufen. Frédéric Petit, der Kandidat von "La République en Marche“, erreichte dabei 58,8 Prozent der Stimmen. Der amtierende Abgeordnete, der Sozialist Pierre-Yves Le Borgn, erhielt nur 16 Prozent.

Zweite Runde in sieben Tagen

In vielen Wahlkreisen Frankreichs fällt die endgültige Entscheidung erst in der zweiten Runde am kommenden Sonntag. Denn zum Sieg müssten Abgeordnete in der ersten Runde mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, gleichzeitig müssten in ihrem Bezirk mindestens ein Viertel der Berechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Gelingt das keinem Kandidaten, ziehen alle mit mehr als 12,5 Prozent der Stimmen in die zweite Runde ein. Nächsten Sonntag genügt dann eine relative Mehrheit für einen der 577 Sitze in der Nationalversammlung.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 12.06.2017 berichtet.

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