Franck Leroy rechts neben Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (Foto: picture alliance / abaca | Blondet Eliot/ABACA)

Franck Leroy ist neuer Regionspräsident von Grand Est

mit Informationen von Lisa Huth   13.01.2023 | 15:17 Uhr

Der Regionalrat von Grand Est hat einen neuen Präsidenten – Jean Rottners bisherigen Stellvertreter Franck Leroy. Der erteilte Abspaltungsgedanken des Elsass eine Abfuhr.

Am Freitagvormittag ist Franck Leroy mit 96 von 169 Stimmen zum neuen Präsidenten des Regionalrates Grand Est gewählt worden. Er vertritt die bürgerlich-konservativ liberale Mehrheit. Bislang war er zuständig für Umwelt und den Energiewandel in der Region Grand Est.

Bürgermeister in der Champagne

Seit dem Rücktritt von Jean Rottner am 20. Dezember ist Leroy zudem Interimspräsident des Regionalrates. Er gehört der Mitte-Rechts-Partei Horizons des früheren französischen Premierministers Édouard Philippe an.

Bislang war er Bürgermeister von Épernay, einer Stadt südlich von Reims in der Champagne. Diesen Posten muss er von Gesetz wegen abgeben. Den als Vorsitzender des Gemeindeverbandes von Épernay will Leroy aber beibehalten.

Ärger um Rottners Rücktritt

Die Wahl fand in einer vergifteten Atmosphäre statt. Einziger Gegenkandidat war Laurent Jacobelli von der Rechtsaußen-Partei Rassemblement National. Ihm wurden aber berits im Vorfeld wenig Chancen ausgerechnet. Jacobelli hatte angekündigt, sich wegen des Rücktritts von Jean Rottner an die „Hohe Behörde für die Transparenz des öffentlichen Lebens“ (HATVP) und Anti-Korruptionsverbände zu wenden.

Rottner hatte „wichtige familiäre Gründe“ für seinen Rücktritt angegeben. Wenige Tage darauf wurde bekannt, dass der Politiker zum Immobilienkonzern Réalité wechseln wird. Außerdem berichtete die Elsässer Tageszeitung DNA unter Berufung auf die Transparenzbehörde, dass Rottner während seiner Amtszeit über seine Firma CGS Conseil zwischen Ende 2019 und Anfang 2022 insgesamt 150.000 Euro eingenommen habe.

30 Monate lang soll er tätig gewesen sein. Für die letzten drei Monate 2019 und für Januar bis März 2022 habe er 15.000 Euro erhalten. Für Adhoc war Rottner dem Zeitungsbericht zufolge zwei Tage die Woche tätig und erhielt dafür 5000 Euro netto.

Beziehung zu Deutschland schwieriger?

Mit Blick auf das Elsass wurde befürchtet, dass mit der Wahl von Franck Leroy das Elsass endgültig wieder aus der Region Grand Est ausscheren wird. Seit dem Zwangszusammenschluss der drei Regionen Elsass, Lothringen und Champagne-Ardennes 2015 gibt es Bestrebungen, das Elsass wieder eigenständig werden zu lassen. Die beiden bisherigen Präsidenten der Region Grand Est waren beide Elsässer.

Leroy, erteilte dem Ausscheiden des Elsass am Freitag allerdings eine Absage. "Die meisten Akteure, die wir in Champagne-Ardennes, Lothringen und sogar im Elsass treffen, sind der Ansicht, dass der Umfang unserer Region kein Thema mehr ist und dass es einen Rückschritt bedeuten würde, ihn zu verkleinern", sagte Leroy in seiner Antrittsrede in Metz.

Auch in Bezug auf die grenzüberschreitenden Beziehungen gab es Befürchtungen. Leroy kündigte aber an, die Politik Rottners fortsetzen zu wollen - und damit auch die Zusammenarbeit.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.01.2023 berichtet.


Weitere Themen im Saarland

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern
Welche Vorgaben gibt es für die Haltung giftiger Tiere?
Der Schlangenalarm in einem Mehrfamilienhaus in Landsweiler-Reden hat bundesweit für Aufsehen gesorgt - und die Frage aufgeworfen: Darf eigentlich jeder solche gefährlichen Tiere privat halten? In den einzelnen Bundesländern gibt es einen Flickenteppich an unterschiedlichen Regelungen.

Nur 1000 Sozialwohnungen
Beim sozialen Wohnungsbau ist das Saarland Schlusslicht
In keinem Bundesland in Deutschland gibt es laut einer Studie weniger Sozialwohnungen als im Saarland. Das Land gibt nicht alle Fördermittel aus, die der Bund zur Verfügung stellt. Ein Bündnis sieht trotzdem vor allem die Bundesregierung in der Pflicht, um die Situation zu verbessern.

Vollsperrung auf B268
Mann droht seiner Mutter und Polizei mit Kopfschuss
Nachdem er sich in seinem Elternhaus einschloss, hat ein Mann aus Nunkirchen gedroht, seine Mutter und die alarmierten Polizisten zu erschießen. Der Mann konnte widerstandslos festgenommen werden und wird nun psychiatrisch betreut. Eine Waffe konnte nicht gefunden werden.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja