Die französische Nationalversammlung in Paris (Foto: dpa)

Franzosen im Saarland haben gewählt

  04.06.2017 | 18:34 Uhr

Die im Saarland lebenden Franzosen konnten am Sonntag ihre Stimme zur Wahl zur französischen Nationalversammlung abgeben. In Frankreich selbst findet die Wahl erst nächsten Sonntag statt.

Im Saarland waren 3300 Franzosen zur Wahl der Nationalversammlung aufgerufen. Sie konnten ihre Stimmzettel an zwei Standorten in der Landeshauptstadt abgeben: im Konsulat am Ludwigsplatz und in der Villa Europa am Rotenbühl.

Den im Ausland lebenden Franzosen ist es bei dieser Wahl nicht mehr erlaubt, ihre Stimme elektronisch abzugeben. Hintergrund ist die Furcht vor Hacker-Angriffen. Bei der Parlamentswahl im Jahr 2012 war die elektronische Stimmabgabe noch möglich gewesen.

Macron kann auf Mehrheit hoffen

Einer Umfrage zufolge kann Frankreichs neuer Staatschef Emmanuel Macron bei der Parlamentswahl auf eine sehr klare Mehrheit hoffen. Seine sozialliberale Partei La République en Marche könnte zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem zwischen 395 und 425 der 577 Mandate erringen, heißt es in der Erhebung, die am Freitag veröffentlicht worden war. Das läge weit über der absoluten Mehrheit von 289 Sitzen.

Die konservativen Republikaner würden demnach zusammen mit der Zentrumspartei UDI zwischen 95 und 115 Sitze in der Nationalversammlung erhalten. Die Sozialisten und nahestehende linke Parteien kämen auf nur noch 25 bis 35 Sitze, die Bewegung La France insoumise des Linkspolitikers Jean-Luc Mélenchon auf zehn bis 20 Sitze und die rechtspopulistische Front National von Marine Le Pen auf zwischen fünf und 15 Mandate.

Zweite Wahlrunde am 18. Juni

Allerdings sind solche Projektionen sehr schwierig, weil die künftige Nationalversammlung in zwei Wahlrunden am 11. und 18. Juni bestimmt wird. Wegen des Mehrheitswahlrechts wird die tatsächliche Verteilung der Sitze in der Nationalversammlung, über die im zweiten Wahlgang entschieden wird, davon sehr stark abweichen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 04.06.2017 berichtet.

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