Ein Lkw fährt vor der Abfüllanlage des Quell- und Mineralwassers der Marke Vittel am Rande der Bäderstadt Vittel (Vogesen/Frankreich) an einer Info-Säule mit dem Logo von Nestlé Waters vorbei.  (Foto: picture alliance / Rolf Haid | Rolf Haid)

Nestlé schraubt Vittel-Fördermenge weiter herunter

Axel Wagner / Mit Informationen von Lisa Huth   25.03.2022 | 15:21 Uhr

Nach der anhaltenden Kritik hat der Nahrungsmittelkonzern Nestlé angekündigt, die Wasserförderung bei Vittel in den Vogesen weiter zu reduzieren. Künftig sollen nur noch 200.000 statt wie bisher 500.000 Kubikmeter Wasser gefördert werden.

Eigentlich darf Nestlé Waters, die französische Mineralwassersparte des umstrittenen Schweizer Nahrungsmittelriesen, bei Vittel in den Vogesen per Genehmigung eine Million Kubikmeter Wasser pro Jahr fördern. Das hatte zu einem massiven Absinken des Grundwasserspiegels geführt – seit 1990 um 30 Zentimeter pro Jahr, zehn Meter in 40 Jahren.

Grundwasserspiegel stark gesunken

Die massive Kritik von Anwohnern und Umweltschützern und die mediale Berichterstattung führten schließlich dazu, dass Nestlé die Fördermenge im Juli vergangenen Jahres bereits auf 500.000 Kubikmeter reduzierte. Nun geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter – eine freiwillige Maßnahme, wie man gegenüber dem SR betont. Man habe beantragt, künftig nur noch 200.000 Kubikmeter zu fördern. Der Hintergrund: Der Grundwasserspiegel ist bislang nicht wieder ausgeglichen.

Nestlé Waters setzt sich nach eigenen Angaben dafür ein, dass der Grundwasserspiegel im Sandstein der unteren Trias (Grès du trias inférieur, GTI), der größten Grundwasserblase in dem Gebiet, bis zum Jahr 2027 wieder ins Gleichgewicht kommt – wenn möglich früher. Dafür hat der Konzern ein Recycling-Verfahren entwickelt, bei dem ein Teil des geförderten Wassers als Brauchwasser wiederverwendet wird. Dadurch würden 65.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr gespart.

Kein Vittel mehr in Deutschland

Anfang Februar hatte Nestlé Waters Deutschland angekündigt, das Vittel-Wasser ebenso wie die am gleichen Standort abgefüllte Marke Contrex in Deutschland und Österreich noch vor dem Sommer komplett vom Markt zu nehmen – offiziell, weil man sich auf die verbleibenden Marken San Pellegrino und Aqua Panna konzentrieren will.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.03.2022 berichtet.

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