Sperrstunde in Frankreich ab 18 Uhr (Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP | Maxime Jegat)

Frankreich zieht Ausgangssperre landesweit vor

  16.01.2021 | 08:41 Uhr

Frankreich verschärft seine Ausgangssperre: Ab Samstag dürfen die Menschen im ganzen Land nur noch bis 18.00 Uhr das Haus verlassen. Die Maßnahme soll vorerst für zwei Wochen gelten.

Die tägliche Ausgangssperre werde von Samstag an ab 18.00 Uhr statt wie bislang ab 20.00 Uhr auf dem gesamten Festland gelten, kündigte Ministerpräsident Jean Castex an. "Es ist nicht möglich, das Haus aus persönlichen Gründen zu verlassen", sagte Castex. Auch Geschäfte sollen demnach ab 18.00 Uhr schließen.

Um einen neuen, strengen Lockdown zu verhindern, werde diese Maßnahme vorsorglich für mindestens zwei Wochen auf das ganze Land ausgedehnt. Castex stellte klar, dass Schulen und Kindergärten weiterhin geöffnet bleiben. Gleichzeitig sollen pro Woche 300.000 Coronatests für Schüler und Lehrer reserviert werden, um mögliche Infektionsketten frühzeitig zu erkennen.

16.000 nachgewiesene Fälle pro Tag

Zuvor war das ursprünglich von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr geltende Ausgehverbot bereits in einzelnen besonders betroffenen Départements vorverlegt worden, darunter auch das ans Saarland angrenzende Département Moselle und mehrere Départements im Elsass. Den Menschen ist es während dieser Zeit nicht mehr gestattet, an der frischen Luft spazieren zu gehen, Sport zu machen oder einzukaufen. Sie dürfen aber zum Beispiel weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen.

Die Situation habe sich in den letzten Tagen stabilisiert, bleibe aber besorgniserregend, sagte Castex. Im Schnitt gebe es etwa 16.000 nachgewiesene Fälle am Tag. Keines der französischen Départements liege derzeit unter der Zielmarke von einem Schnitt von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

2,8 Millionen Menschen infiziert

Sorgen bereitet den Gesundheitsbehörden die zuerst in Großbritannien nachgewiesene, ansteckendere Variante des Virus. "Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass diese Variante sich in Frankreich ausbreitet", sagte Gesundheitsminister Olivier Veran. Im Moment sei sie für ein Prozent der Fälle verantwortlich. Derzeit gebe es täglich etwa 200 bis 300 neue Fälle der britischen Variante.

Die Pandemie hat Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern schwer getroffen. Mehr als 2,8 Millionen Menschen infizierten sich mit dem Coronavirus, etwa 69.000 starben im Zusammenhang mit einer Infektion.

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