Messerattacke in Paris. Einsatzkräfte der Polizei eilen zum Tatort. (Foto: picture alliance/Alain Jocard/AFP/dpa)

Messerattacke in Paris hatte offenbar terroristischen Hintergrund

  25.09.2020 | 20:55 Uhr

Bei einer Messerattacke im Zentrum von Paris sind mindestens zwei Menschen verletzt worden. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Der französische Innenminister bezeichnete die Tat am Freitagabend als "islamistischen Terrorakt".

Der Vorfall ereignete sich am Freitagmittag in der Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Satiremagazins "Charlie Hebdo", wie Premierminister Jean Castex sagte. Bei dem Messerangriff seien zwei Journalisten verletzt worden. Ihr Leben sei nicht in Gefahr, so Castex.

Zwei Tatverdächtige konnten kurze Zeit später in der Nähe des Tatorts festgenommen werden. Einer von ihnen soll laut Staatsanwaltschaft der Haupttäter sein. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete außerdem unter Berufung auf Justizkreise von fünf weiteren Festnahmen. Die Männer seien bei der Durchsuchung einer Wohnung nordöstlich von Paris festgenommen worden.

Innenminister spricht von islamistischem Terror

Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar. Ebenso, ob eine Verbindung zu dem islamistischen Anschlag auf "Charlie Hebdo" im Jahr 2015 gibt. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat die Messerattacke am Freitagabend aber als "islamistischen Terrorakt" bezeichnet. Es gebe kaum Zweifel, dass es ein weiterer "blutiger Angriff auf unser Land ist", sagte er im französischen Fernsehen.

Prozess wegen Angriff auf "Charlie Hebdo"

Seit Monatsbeginn läuft in Paris der Terrorismusprozess um den blutigen islamistischen Anschlag auf "Charlie Hebdo". Angeklagt sind 14 Menschen. Bei der mehrtägigen Anschlagsserie waren im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden waren. Die Anschläge trafen nicht nur die Redaktion von "Charlie Hebdo", sondern auch einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, in unterschiedlicher Weise bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen sowie einer terroristischen Vereinigung angehört zu haben. In den meisten Fällen drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Beschuldigte sollen beispielsweise Waffen besorgt oder eine Unterkunft zur Verfügung gestellt haben. "Charlie Hebdo" hatte zuletzt erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und ist daraufhin wieder bedroht worden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 25.09.2020 berichtet.

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