Fernsehdiskussion im Sender TF1 in Aubervilliers bei Paris (Foto: dpa)

Präsidentschaftskandidaten liefern sich Schlagabtausch

Kerstin Gallmeyer   21.03.2017 | 07:57 Uhr

Vier Männer, eine Frau und viel Zeit zum Reden: Fast dreieinhalb Stunden diskutierten die fünf aussichtsreichsten französischen Präsidentschaftskandidaten in einer Fernsehdebatte über ihre Programme. Es dauerte allerdings fast eine Stunde, bis die Diskussion zum ersten Mal hitziger wurde.

Beim Thema Laizität warf der parteilose Emmanuel Macron der Kandidatin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, vor, die Gesellschaft spalten zu wollen. Zuvor hatte die Rechtspopulistin das Tragen sogenannter Burkinis an französischen Stränden kritisiert.

Die 48-jährige Le Pen gilt zusammen mit dem erst 39-jährigen Macron als Favoritin für die Stichwahl am 7. Mai. Der in Umfragen drittplatzierte konservative Kandidat François Fillon, gegen den seit der vergangenen Woche ein Ermittlungsverfahren in der Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Familie läuft, musste wegen der Vorwürfe einige Seitenhiebe einstecken.   

Neben Bildung, Sicherheit, Immigration und Außenpolitik ging es in der TV-Debatte auch um Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen. Besonders heftig gestritten wurde dabei über die in Frankreich gesetzlich verankerte 35-Stunden-Woche.

Viele Franzosen noch unentschlossen

Nach einer Blitzumfrage hat der Sozialliberale Emmanuel Macron bei den Fernsehzuschauern am meisten gepunktet. 29 Prozent fanden ihn am überzeugendsten. Laut Umfragen sind aber noch viele Franzosen unentschlossen, wem sie beim ersten Wahlgang am 23. April ihre Stimme geben sollen. Sie haben am 4. und am 20. April eine weitere Gelegenheit, sich eine Meinung zu bilden. Dann nämlich treten die Präsidentschaftskandidaten zu weiteren Fernsehdebatten an.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 21.03.2017 berichtet.

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