Frédéric Bierry (Mitte) wird zum ersten Präsidenten der Euro-Region Elsass gewählt.  (Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP | Vanessa Meyer)

"Elsass-Rat" wählt Präsidenten der Euro-Region

Lisa Huth   02.01.2021 | 21:20 Uhr

Der "Elsass-Rat" der neuen Euro-Region Elsass ist am Samstag zu seiner ersten Sitzung zusammengekommen. Dabei wurde der konservative Politiker Frédéric Bierry zum ersten Präsidenten der Euro-Region gewählt.

In Frankreich gibt es Départements und Regionen und seit Samstag gibt es zusätzlich die Euro-Region Elsass. Am Samstagmorgen hat zum ersten Mal der "Elsass-Rat" getagt. Auf der Agenda stand die Wahl eines Präsidenten.

Die Abstimmung wurde live im Internet übertragen. Trotz Maske war dem neuen Präsidenten Frédéric Bierry die Freude über die nahezu  einstimmige Wahl anzusehen. Er bekam 75 von 79 Stimmen. Es gab vier sogenannte "weiße Stimmen". Das sind leere Umschläge, die gezählt werden, aber nicht als Enthaltung gelten.

Der konservative Politiker Bierry stammt ursprünglich aus Straßburg. Bislang war er Präsident des Départementsrates von Bas-Rhin im nördlichen Elsass. Zuvor war er 16 Jahre lang Bürgermeister von Schirmeck gewesen.

Mehrsprachigkeit fördern

Die beiden Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin verschmelzen jetzt zu einer neuen Einheit: dem "Collectivité Européenne d'Alsace". Es ist aber mehr als ein neues, großes Département: Mit einem Budget von zwei Milliarden Euro hat die Euro-Region-Elsass die Erlaubnis, eigene grenzüberschreitende Kontakte zu knüpfen sowie die Zwei- und Mehrsprachigkeit zu fördern.

Das Tourismus-Marketing firmiert jetzt unter der Dachmarke Elsass. Da die neue Einheit auch 6300 Kilometer Straßen, darunter zwei Autobahnabschnitte selbst verwalten kann, könnte nun bald auch die von den Elsässern lang gewollte Ökosteuer für Lkw kommen. Wo die künftige Hauptstadt der Euro-Region sein wird, ob in Colmar oder Straßburg, ist noch nicht klar.

Vor fünf Jahren war das Elsass mit Lothringen und der Champagne-Ardenne zur Region Grand Est verschmolzen. Viele Elsässer hatten Sorge, dass ihre Identität dadurch verloren gehen könnte.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 02.01.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja