In einem Labor werden Corona-Proben analysiert (Foto: Sebastian Knöbber)

Starker Anstieg der Coronazahlen in Grand Est und Luxemburg

Thomas Braun / mit Informationen von Lisa Huth   27.10.2020 | 17:40 Uhr

In Grand Est und Luxemburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter stark gestiegen. In acht von zehn Départements in Grand Est liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei mehr als 250, in Luxemburg sogar bei mehr als 500.

In Grand Est sind zwischen dem 18. und 24. Oktober 17.000 neue Coronafälle gemeldet worden, wie aus einem Bericht der regionalen Gesundheitsbehörde ARS hervorgeht. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 311. Zum Vergleich: Im Saarland lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei rund 124.

Besonders betroffen in der französischen Nachbarregion ist das Département Bas-Rhin mit 437 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in dem Zeitraum. Im direkt ans Saarland angrenzende Département Moselle stieg die Inzidenz auf 308, auch in sechs weiteren Départements wird der Schwellenwert von 250 überschritten.

Sieben-Tage-Inzidenz in Luxemburg bei 541

Noch stärker ist der Anstieg der bestätigten Fälle derzeit in Luxemburg. Hier liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 541, wie aus Zahlen der Luxemburger Regierung hervorgeht. Die Zahl der positiven Tests an allen Testergebnissen - also die sogenannte Positivrate - schwankte im Großherzogtum zuletzt täglich zwischen vier und zehn Prozent.

Grand Est ruft Krisenplan für Kliniken aus

In Grand Est sind nach ARS-Angaben aktuell mehr als 20 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Die regionale Gesundheitsbehörde hat den Krisenplan für alle Krankenhäuser in der Region ausgerufen. Demnach wird zusätzliches Personal angefordert, Intensivstationen werden wieder hochgefahren. Die Zusammenarbeit mit Arbeitsmedizinern in den Unternehmen wird intensiviert. Es werden alle Vorkehrungen getroffen, um wieder Patienten mit schweren Verläufen aufzunehmen und gleichzeitig andere Patienten mit schweren Erkrankungen noch behandeln zu können.

Weitere Einschränkungen in Luxemburg

In Luxemburg wurden derweil weitere Einschränkungen im Alltag eingeführt. So soll unter anderem die Zahl der Kunden in großen Supermärkten begrenzt werden. Wie die luxemburgische Gesundheitsministerin Paulette Lenert nun angekündigt hat, soll sich in Supermärkten von mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche nur noch ein Kunde auf zehn Quadratmetern aufhalten.

Außerdem dürfen künftig nur noch maximal vier Personen an einem Tisch im Restaurant sitzen. Insgesamt dürfen Restaurants auch nicht mehr als 100 Gäste empfangen. Das entspricht der Begrenzung für Versammlungen. Diese dürfen nur noch sitzend und mit Maske abgehalten werden, Buffets sind verboten. Verboten sind auch alle sportlichen Veranstaltungen mit Ausnahme der 1. Ligen und Nationalmannschaftsspiele. Das entsprechende Gesetz muss noch verabschiedet werden.

Vorige Woche hatte Luxemburg bereits eine Ausgangssperre von 23.00 Uhr nachts bis 6.00 Uhr morgens verhängt. Wer sich nicht an die Regeln hält und erwischt wird, muss demnach bis zu 500 Euro bezahlen.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 27.10.2020.

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